Mongolei – der Norden

Außerhalb von Ulaanbaatar ist dies die dichtestbesiedelte Region der Mongolei. Hier hat das Land Anteil an der borealen Nadelwaldzone, der Taiga. Die Vegetation ist vergleichsweise fruchtbar, was auch an den vielen Flüssen liegt, die die Region durchschneiden. Orkhon und Selenge sind die längsten davon und bilden weite Flussauen. Im Westen des Gebietes erstreckt sich im gleichnamigen Aimak der Khovsgol-See, der kleine Bruder des Baikal und das mit Abstand wasserreichste Gewässer der Mongolei. Das Klima ist kalt und kontinental, doch immerhin fällt ausreichend Niederschlag.

Khovsgol-Aimak

Der Khovsgol-Aimak gehört zu den größeren Provinzen der Mongolei. Hinsichtlich der Fläche liegt er an Position sechs von 21, in Bezug auf die Einwohnerzahl gar an Nummer Eins. Hier leben 132.000 Menschen auf einer Fläche von 101.000 Quadratkilometern, was eine Bevölkerungsdichte von 1,3 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Im Hinblick auf die ländlichen Provinzen liegt der Aimak etwas oberhalb und bezogen auf das gesamte Land etwas unterhalb des Durchschnitts.

Der Aimak wurde 1931 eingerichtet. Zwei Jahre lang diente die Stadt Khatgal am Südufer des Khovsgol-Sees als dessen Hauptstadt. Danach wurde die Regionalverwaltung nach Mörön verlegt. Während Mörön stetig wächst, hat Khatgal erheblich an Einwohnern verloren.

Ethnisch ist der Aimak recht vielfältig. Die mongolischen Stämme der Darkhad und der Khotgoid stellen 14 bzw. sechs Prozent der Bevölkerung. Auf die Uriankhai entfallen drei und auf Burjaten ein Prozent. Zudem leben in der Region die Tsataan, die letzten Rentiernomaden der Mongolei. Drei Viertel der Bevölkerung identifiziert sich als Khalkha-Mongolen.

Seit einigen Jahren ist die Provinz durch eine durchgehend asphaltierte Verbindung erschlossen, die von Ulaanbaatar über Mörön bis an den Khovsgol-See führt. Allerdings hört die Straße dort auf, bestehen in Richtung Westen nach Ulaangom, in Richtung Süden nach Tsetserleg und in Richtung Norden zur russischen Grenze keine festen Verbindungen. Der Flughafen in Mörön ist der zweitgrößte des Landes und bietet regelmäßige Flüge nach Ulaanbaatar.

Der Nordosten des Aimaks ist von hohen Bergketten geprägt. Hier liegt im Sajan-Gebirge auf der Grenze zu Russland der mit knapp 3.500 Meter höchste Berg des Aimaks, der Munku Sardyk. Die Khangai-Berge im Süden haben dagegen eher Mittelgebirgscharakter. Hinsichtlich der Vegetation bildet der Aimak den Übergang vom borealen Nadelwald zum eurasischen Steppengürtel. Von Nordosten nach Südwesten wird der Pflanzenbewuchs sukzessive spärlicher. Die klimatischen Bedingungen sind geprägt von einer extremen Kontinentalität. Das mildeste Klima findet sich im äußersten Süden des Aimaks, im Nordwesten hingegen werden im Januar Temperaturen von weniger als minus 50 Grad erreicht. Die Sommer sind recht kurz, im mongolischen Vergleich eher mild und niederschlagsreich.

Der Aimak hat seinen Namen nach dem flächenmäßig zweit- und hinsichtlich des Volumens mit Abstand größten See der Mongolei, der sich im nördlichen Teil des Aimaks von Khatgal bis zur russischen Grenze erstreckt. In den vergangenen Jahren ist rund um den Khovsgol-See der Tourismus stark gewachsen, doch die Viehzucht bildet mit vier Millionen Herdentieren noch immer das Rückgrat der lokalen Wirtschaft.

Mörön

Mörön ist seit den 1930er Jahren das Verwaltungszentrum des Khovsgol-Aimaks und mit fast 40.000 Einwohnern auch dessen unbestrittenes Zentrum. Die Stadt liegt an fünfter Stelle in der Liste der größten mongolischen Städte und wird vermutlich in Bälde das stark von Abwanderung betroffene Tschoibalsan im äußersten Osten der Mongolei übertreffen. Hinsichtlich der Struktur gleicht die Stadt vielen anderen Aimakzentren. Um einen zentral gelegenen Platz gruppieren sich die wichtigsten Institutionen und ein kleiner Park im sowjetischen Stil.

Von Interesse ist einer der größten Freiluftmärkte des Landes. Aus deutscher Perspektive erscheint erwähnenswert, dass Mörön seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit der Stadt Baruth sowie der Gemeinde Schönefeld im Südosten Berlins pflegt.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert beherbergte Mörön noch 60 Tempel und Klöster, in denen fast dreitausend Mönche lebten. Es war der religiöse Mittelpunkt der Nordmongolei, was sich mit dem Großen Terror der 1930er Jahre jedoch massiv änderte. Die buddhistischen Eliten wurden nahezu vollständig vernichtet und sämtliche Kloster geschliffen.

Nach der politischen Transformation in der Mongolei wurde lediglich ein Kloster wiederaufgebaut – und zwar das am westlichen Stadtrand liegende Dandsandardscha Khiid. Im Osten der Stadt liegt ein Ringerstadion vor dessen Hauteingang einige Skulpturen von berühmten Kämpfern aus der Region bestaunt werden können.

Der Flughafen von Mörön verzeichnet nach dem Flughafen von Ulaanbaatar die zweithöchsten Verkehrszahlen. Er wird von vielen kleineren Maschinen als Zwischenstopp für Flüge in die westlichen Aimaks genutzt. Es gibt tägliche Verbindungen von und nach Ulaanbaatar. Eine der beiden Start- und Landebahnen ist befestigt. Doch seit einigen Jahren führt auch eine durchgehend asphaltierte Straße von Ulaanbaatar nach Mörön. Für die etwa 750 Kilometer müssen zehn bis zwölf Stunden Fahrzeit eingeplant werden. In der anderen Richtung ist Mörön über eine ebenfalls asphaltierte Straße mit der etwa hundert Kilometer nördlich direkt am Khovsgol-See gelegenen Stadt Khatgal verbunden.

Das Klima bringt sehr kalte, trockene Winter und kurze, regenreiche Sommer. Die Vegetation ist geprägt von einer typischen Steppenlandschaft.

Mörön, die mittlerweile viertgrößte Stadt der Mongolei. Foto: © Yaan

Khovsgol-See

Der Khovsgol ist der zweitgrößte und mit Abstand wasserreichste See der Mongolei. Er ist das wichtigste Süßwasserreservoir des Landes und eines seiner touristischen Highlights. Vom Nordufer bei Turt bis zur Südspitze bei Khatgal sind es 136 Kilometer. Die Ost-West-Ausdehnung ist mit maximal etwas mehr als 30 Kilometern deutlich geringer. Mit einer Fläche von 2.730 Quadratkilometern ist der Khovsgol mehr als fünfmal größer, als der Bodensee.

Der Khovsgol liegt unweit der russischen Grenze und markiert den nördlichsten Zipfel der Mongolei. Der Baikal ist in ostnordöstlicher Richtung nur etwa 200 Kilometer entfernt. Wie der Khovsgol ist auch er Teil eines sich langsam ausbildenden Grabenbruchs, der in Millionen von Jahren die eurasische Kontinentalplatte geteilt haben wird. Aufgrund der geografischen Nähe und der gemeinsamen Entstehungsgeschichte wird der Khovsgol vielfach als kleiner Bruder des Baikal bezeichnet. Zusammen mit ihm gilt er als einer von weltweit nur 17 sogenannten Langzeitseen, die seit mehr als zwei Million Jahren ununterbrochen Wasser führen. Wie der Baikal hat auch der Khovsgol nur einen Abfluss. Der Eg speist sich bei Khatgal aus dem Wasser des Sees und führt zunächst in südlicher, bald darauf vornehmlich in östlicher Richtung bis in den Bulgan-Aimak, wo er sich mit der Selenge vereinigt. Über die Selenge erreicht das Wasser des Khovsgol nach mehr als tausend Kilometern schließlich den Baikal, der wiederum über Angara und Jenisej in den Arktischen Ozean entwässert.

Der Khovsgol wird eingerahmt von mehreren Bergketten und bietet dementsprechend pittoreske Aussichten auf das tiefblaue Wasser. Im Norden direkt an der russischen Grenze erhebt sich der Munku Sardyk mit fast 3.500 Metern. Die Berge im Westen des Sees liegen nahezu durchgängig bei mehr als 3.000 Metern Höhe. Die östliche Seite ist flacher. Der Khovsgol befindet sich in der Übergangszone zwischen eurasischer Steppe und sibirischer Taiga. Die Berge westlich des Sees werden von riesigen Lärchenwäldern durchzogen. In Richtung Süden geht die Vegetation in Steppenlandschaft über.

Rund um den See ist ein riesiger Nationalpark eingerichtet, der an Fläche sogar den Yellowstone übertrifft. Das Areal ist Heimat für etliche Wildtiere wie Steinböcke, Argali-Schafe, Elche, Wölfe, Vielfraße, Moschusochsen, Rothirsche, Braunbären und Zobel. Doch auch vom Menschen wird die Gegend seit Jahrtausenden besiedelt. Im Süden und Osten dominiert die typisch mongolische Viehwirtschaft, im gebirgigen Westen leben noch einige Angehörige der Tsaatan, der einzigen Rentiernomaden auf dem Gebiet der Mongolei.

Mitten im See liegt die Holzjungeninsel (Dalan Modun Khuis). Sie ist etwa sechs Quadratkilometer groß und vollständig bedeckt mit borealem Nadelwald. Das Eiland beherbergte in früheren Zeiten ein kleines buddhistisches Kloster, welches allerdings den Großen Terror der 1930er Jahre nicht überlebte. Von Zeit zu Zeit setzen auf Anfrage Boote auf die Insel über.

Der Khovsgol, „kleiner Bruder“ des Baikal und zweitgrößter See der Mongolei.

Seit Fertigstellung der befestigten Straße zwischen Darkhan und Mörön und weiter bis nach Khatgal lässt sich der Khovsgol aus Ulaanbaatar vergleichsweise einfach erreichen. Allerdings ist die Fahrstrecke mit mehr als 800 Kilometern nicht zu verachten. Alternativ ist das Aimakzentrum Mörön etwa hundert Kilometer südlich des Sees per Inlandsflug zu erreichen. Leider gibt es am Khovsgol-See selbst keine befestigte Infrastruktur, sodass sich die touristischen Angebote auf die am äußersten Südende des Sees gelegene Stadt Khatgal und deren unmittelbares Umland konzentrieren. Dorthin zieht es in den Sommermonaten etliche Urlaubsgäste aus Ulaanbaatar, sodass es in den verschiedenen Camps durchaus recht trubelig werden kann. Wer es abgeschiedener mag, sollte versuchen, sich weiter in Richtung Norden vorzuarbeiten. Von Khatgal aus führen zwei Wege am See vorbei, der eine am West- und der andere am Ostufer entlang. Beide Strecken können allerdings nur mit allradgetriebenen Geländewagen und zu bestimmten Jahreszeiten passiert werden. Auf der östlichen Seeseite finden sich einige Thermalquellen, das westliche Ufer hingegen besticht durch eine wilde Bergwelt und pittoreske Aussichten.

Vom nur 15 Kilometer nördlich des Nordufers liegenden Grenzübergang nach Russland geht eine gut ausgebaute Straße zum Baikalsee, der sich in nur drei Stunden erreichen lässt. Sie führt kontinuierlich am Ost-Sajan entlang – mit seinen 3.000 Meter hohen Gipfeln und etlichen Thermalquellen. Allerdings kann die Grenzstation am Khovsgol derzeit nur von Russen und Mongolen überquert werden. Seit Jahren wird in bilateralen Zirkeln darüber diskutiert, den Übergang auch für Drittstaatler zu öffnen, um auf diese Weise ein attraktives touristisches Gesamtpaket aus Khovsgol und Baikal anbieten zu können. Doch diese Gespräche stecken aktuell in einer Sackgasse. Zudem stellt sich das Problem der fehlenden Infrastruktur auf mongolischer Seite. Vor einigen Jahren verkehrte noch eine Fähre zwischen Turt ganz im Norden und Khatgal im Süden des Sees, doch auch deren Betrieb ist eingestellt. Andererseits gibt es einige Aktivitäten, den Tourismus rund um den See zu fördern. Dazu gehört das Khovsgol-Eisfestival, welches jährlich im März in der Stadt Khatgal abgehalten wird. Zudem wird am Westufer jedes Jahr im Sommer ein Marathon veranstaltet.

Darkhad-Tal

Circa 60 Kilometer westlich des Khovsgol öffnet sich ein weites Tal, welches in Form und Größe fast genau den Proportionen des Sees entspricht und auf allen Seiten von Hochgebirge umgeben ist. Das Tal ist nach dem mongolischen Stamm der Darkhad benannt, von dem es seit Jahrhunderten bewohnt wird. Es befindet sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 1.600 Metern, ist in Nord-Süd-Richtung 160 Kilometer lang und von Ost nach West etwa 40 Kilometer breit. Der südliche Zugang wird bei dem kleinen Örtchen Ulaan Uul erreicht. Bis dorthin sind es vom Aimakzentrum Mörön etwas mehr als 200 Kilometer, die auf unbefestigten Wegen überwunden werden müssen. Die Fahrt dauert mindestens sechs Stunden. Von Ulaan Uul bis zum am Nordende des Tals gelegenen Tsagaan-See sind es noch einmal etwas mehr als hundert Kilometer. Hier finden sich die meisten Jurtencamps und weitere touristische Angebote. Der Tsagaan-See ist der größte von einigen Seen im Tal. An dessen Westufer liegt das Dörfchen Tsagaannuur direkt unterhalb von fast 3.000 Meter hohen Bergen. Aus dem See entspringt der Shishged-Fluss, der sich nicht weit von Tsagaannuur in Richtung Westen durch die Berge schneidet, nach etwa 60 Kilometern die russische Grenze erreicht und in die russische Autonome Republik Tuwa übertritt. Ab dort heißt er Kleiner Jenisej und vereinigt sich bei der tuwinischen Hauptstadt Kyzyl mit dem Großen Jenisej zum fünftgrößten Strom der Erde.

Das Darkhad-Tal liegt selbst für mongolische Verhältnisse abgelegen und unzugänglich. Die beschwerliche Anreise wird jedoch entschädigt durch pittoreske Landschaften mit einer reichen Flora und Fauna. Die Landkreise (sum) Ulaan-Uul, Renchinlkhümbe, and Tsagaannuur werden vom Stamm der Darkhad bewohnt, der dem nahezu vollständig ausgestorbenen mongolischen Volk der Oiraten angehört. Daneben leben einige Rentiernomaden in diesem Gebiet – die Tsataan. Beide Stämme praktizieren Rituale eines noch sehr ursprünglichen und – buddhistischen Einflüssen nur in geringem Maße unterliegenden – Schamanismus.

Bulgan- und Orkhon-Aimak

Die beiden Aimaks markieren die nördliche Zentralmongolei. Der Nordteil der Region ist geprägt von einer grünen Steppenlandschaft, die in Richtung der russischen Grenze immer mehr in Taiga übergeht. Das Gelände ist Teil der mongolischen Hochebene. Die Topografie lässt sich als wellig beschreiben, sodass die Region vielleicht am ehesten dem mongolischen Klischee blumenbewachsener, endloser, grüner Hügelsteppe entspricht. Zudem ziehen sich die fruchtbaren Täler der beiden größten mongolischen Flüsse Orkhon und Selenge von West nach Ost durch den Bulgan-Aimak und teilen diesen in ein nördliches Drittel jenseits der Selenge, ein mittleres zwischen beiden Flüssen und ein südliches jenseits des Orkhon. Die vergleichsweise günstige Topografie und das regenreiche Klima machen den Süden des Aimaks zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete der Mongolei. Ansonsten dominiert wie in allen übrigen Landesteilen die Viehwirtschaft. Zunehmend gewinnt der Tourismus an Relevanz.

Das Klima ist subarktisch. Die Sommer sind recht mild und regnerisch, die Winter äußerst kalt und trocken.

Der Bulgan-Aimak ist mit fast 50.000 Quadratkilometern etwas größer als Niedersachen und liegt damit im unteren Mittelfeld der mongolischen Aimaks. Auch hinsichtlich der Einwohnerzahl findet sich Bulgan mit etwas mehr als 60.000 im unteren Drittel der Rangfolge. Die Bevölkerungsdichte von 1,3 Menschen pro Quadratkilometer entspricht in etwa dem mongolischen Durchschnitt.

Der benachbarte Orkhon-Aimak besteht nahezu ausschließlich aus der Bergbaustadt Erdenet. Diese ist die zweitgrößte Stadt der Mongolei und so ist der der umgebende Aimak eine von nur fünf mongolischen Provinzen mit mehr als 100.000 Einwohnern. Hinsichtlich der Fläche liegt er mit lediglich 840 Quadratkilometern mit weitem Rückstand am Ende der Statistik. Erdenet ist eine Gründung aus den 1970er Jahren und bis heute geprägt vom Kupferbergbau.

Orkhon- und Bulgan-Aimak sind infrastrukturell recht gut erschlossen. Von Erdenet besteht eine tägliche Personenzugverbindung nach Ulaanbaatar. Die Fahrt dauert elf Stunden. Zusätzlich queren drei asphaltierte Straßen die Region: Im äußersten Süden die Verbindung zwischen Ulaanbaatar und Kharkhorin/Arwaikheer, im mittleren Süden die Straße von Ulaanbaatar nach Tsetserleg/Tariat und in der Mitte die Trasse von Ulaanbaatar über Erdenet und Bulgan nach Mörön und weiter zum Khovsgol-See. Bei Baga Ilenkh gibt es einen Grenzübergang in Richtung der russischen Stadt Zakamensk. Dieser ist allerdings für Drittstaatler nicht passierbar.

Bulgan-Stadt

Die Hauptstadt des gleichnamigen Aimaks wurde in den 1930er Jahren gegründet. Die meisten Menschen wohnen in Holzhäusern, was für mongolische Städte ungewöhnlich ist. Jurten und/oder die typisch sozialistische Betonbauweise sind im Stadtbild weniger anzutreffen. Als Aimakzentrum ist Bulgan Sitz verschiedener Behörden und Institutionen.

Etwas außerhalb liegt das Kloster Dashchoinkhorlon Khiid. Es beherbergte vor dem Großen Terror mehr als tausend Mönche, wurde dann aber zerstört und erst ab 1992 teilweise wiederaufgebaut. Auf einem Hügel im Südwesten der Stadt erhebt sich das Mausoleum des mongolischen Nationalhelden Khatanbaatar Magsarjav, unter dessen Führung im Jahre 1912 die Chinesen aus der westmongolischen Stadt Khovd vertrieben werden konnten. Ein noch bekannterer Sohn der Stadt ist Dschügderdemidiin Gürragtscha. Der erste und bislang einzige mongolische Kosmonaut wurde 1947 in der Stadt geboren. Das Stadtmuseum von Bulgan ist zu großen Teilen seinem Wirken gewidmet.

Bulgan verfügt einen kleinen Flughafen mit einer unbefestigten Landebahn. Dieser diente in der Vergangenheit vielen Kleinflugzeugen als Zwischenstopp für Flüge in den Westen der Mongolei.

Ansonsten ist die Stadt über eine asphaltierte Straße mit dem nur knapp 50 Kilometer ostnordöstlich gelegenen Erdenet und in weiterer Folge mit Darkhan und Ulaanbaatar verbunden. Die Reisedauer in die mongolische Hauptstadt beträgt etwa sieben Stunden oder 450 Kilometer. In die andere Richtung lassen sich ebenfalls auf durchgehend asphaltierter Straße die Stadt Mörön und in weiterer Folge der Khovsgol-See erreichen. Bis zur Stadt Khatgal am Südufer des Khovsgol sind es noch einmal etwa 400 Kilometer bzw. sechs Stunden Fahrzeit.

Erdenet

Die Stadt Erdenet ist nahezu deckungsgleich mit dem Orkhon-Aimak. Lediglich im Osten des Aimaks finden sich noch ländliche Regionen. Mittlerweile liegt Erdenet mit knapp 90.000 Einwohnern an zweiter Stelle in der Liste der größten mongolischen Städte und konnte das nur knapp hundert Kilometer entfernte Darkhan überholen.

Erdenet befindet sich 240 Kilometer nordwestlich von Ulaanbaatar im Tal des Orkhon. Die Fahrstrecke in die Hauptstadt ist 373 Kilometer lang, führt über eine durchgängig asphaltierte Straße und lässt sich in fünf bis sechs Stunden bewältigen. Zudem fährt täglich ein Zug von Ulaanbaatar nach Erdenet, der für die Strecke etwa elf Stunden benötigt.

Erdenet wurde erst 1974 gegründet und als typisch sozialistische Musterstadt mit vehementer sowjetischer Unterstützung errichtet. Den Anlass dazu boten die in den 1950er Jahren im Tal des Orkhon entdeckten reichen Kupfer- und Molybdän-Vorkommen. Aus diesem Grund ist 1977 auch eine etwa 120 Kilometer einspurige Stichstrecke errichtet worden, die Erdenet mit der Transmongolischen Eisenbahn verbindet.

Die neue Buddha-Statue hoch über Erdenet. Foto: © Torbenbrinker

Die Mine sechs Kilometer östlich des Stadtgebietes wird bis heute aktiv ausgebeutet und ist verantwortlich für immerhin fast 14 Prozent des mongolischen Bruttoinlandsproduktes. Die viertgrößte Kupfermine der Welt war früher ein streng geschütztes Sperrgebiet, kann heute nach Voranmeldung jedoch von Touristen besucht werden. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsmotor ist eine große Teppichfabrik, in der mehr als tausend Menschen angestellt sind. Diese Anker haben in Erdenet zu einer stabilen Wirtschaftsstruktur und zu einer im mongolischen Vergleich hohen Prosperität geführt.

Noch bis in die 1980er Jahre waren etwa 50 Prozent der Einwohner russische Arbeiter. Nach dem Ende der Sowjetzeit sind fast alle in ihre Heimat zurückgekehrt. Aktuell leben fast ausschließlich Mongolen in der Stadt. Die Einwohnerzahl steigt sukzessive an.

Erdenet ist eine typische Industriestadt, sodass sich nur wenige touristische Attraktionen finden lassen. Zu nennen ist ein in den 1990er Jahren wiedererrichteter buddhistischer Tempel, in dessen unmittelbarer Nähe ein neuer Unterhaltungspark errichtet wurde. Im Nordosten der Stadt bietet das auf einem Hügel errichtete „Denkmal der Brüderlichkeit mit dem Volk der Sowjetunion“ einen wunderbaren Panoramablick über Stadt und Region.

Das Klima ist vergleichsweise mild. Die Winter sind nicht so harsch wie anderswo in der Mongolei und die Sommer weniger heiß.

Khogno Khan Uul

Das Gebirgsmassiv liegt im äußersten Süden des Bulgan-Aimaks an der Straße zwischen Ulaanbaatar und Kharkhorin. Es ist eine felsige Halbwüste, die sich hervorragend für Kletter- und Hikingtouren eignet. Am südlichen Ende der Bergkette liegt das Övgön-Kloster, welches im 17. Jahrhundert erbaut und wenig später von der rivalisierenden Gelugpa-Schule unter Zanabazar wieder zerstört wurde. Heute leben in den Sommermonaten wieder einige Mönche auf dem Areal.

Das Khogno Khan Uul-Massiv liegt nur wenige Kilometer nördlich der durchgehend asphaltierten Straße zwischen Ulaanbaatar und Kharkhorin. 15 Kilometer westlich des Dorfes Ulaanshiveet zweigt eine Piste Richtung Norden von der Hauptstraße ab. Nach sechs Kilometern geht rechts ein Weg ab, der nach vier weiteren Kilometern das Bergmassiv und dort das Övgon-Kloster erreicht.

Fährt man bei letzterem Abzweig geradeaus, gelangt man nach fünf Kilometern zu einer Sanddünenlandschaft, die als einer der nördlichsten Ausläufer der Gobi gilt.

In dem gesamten Areal bietet eine Vielzahl von Jurtencamps Übernachtungen für Touristen an.

Uraan Togoo – Tulga Uul

Dieses Areal besteht aus insgesamt vier erloschenen Vulkanen, die sich über die wellige Umgebung erheben. Der größte von ihnen ist der Uraan Togoo. Der Tulga Togoo ist zwar kleiner, weist aber drei Krater auf. Die Region liegt 60 Kilometer westlich von Bulgan fast direkt an der Straße nach Mörön. Dementsprechend lassen sich die Vulkane von Ulaanbaatar aus auf einer durchgehend asphaltierten Straße erreichen. In direkter Nachbarschaft der Vulkankegel bieten zwei Jurtencamps Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen.

Khutag Ondor

Kurz vor Khutag Ondor erreicht die Fernstraße zwischen Ulaanbaatar und Mörön das weite Tal der Selenge. Insbesondere in den Sommermonaten erfreut die tiefgrüne und wellige Landschaft das Auge. Die Dörfer hier sind wohlgeordnet und vergleichsweise wohlhabend. Im Unterschied zu vielen anderen Regionen dominiert die Holzarchitektur. Direkt in Khutag Ondor als auch ein paar Kilometer davor unmittelbar an der Selenge-Brücke finden sich Jurtencamps für Touristen.

Das Tal der Selenge. Foto: © Alex Ang

Selenge- und Darkhan-Uul-Aimak

Der Selenge-Aimak ist in den 1930er Jahren aus dem Zentral-Aimak herausgelöst worden. 1994 wurde dann aus vier Sums des Selenge-Aimaks und der zuvor regierungsunmittelbaren Stadt Darkhan der Darkhan-Uul-Aimak gebildet. Dieser bildet eine Enklave und ist vom Selenge-Aimak vollständig umschlossen. Darkhan-Uul gehört mit etwas mehr als 3.000 Quadratkilometern zu den drei kleinen Aimaks der Mongolei. Doch auch der Selenge-Aimak ist nicht sonderlich umfassend, liegt hinsichtlich der Fläche an viertletzter Stelle. Zusammen entsprechen die beiden Aimaks in etwa der Größe Niedersachsens. Darkhan-Uul hat genau 100.000 und der Selenge-Aimak 107.000 Einwohner. Die Region gehört damit zu den am dichtesten besiedelten Gegenden außerhalb Ulaanbaatars. Allerdings liegt die Bevölkerungsdichte auch hier bei lediglich etwa vier Einwohnern pro Quadratkilometer und damit weit unter mitteleuropäischen Vergleichswerten.

Haupterwerbszweige sind die Viehwirtschaft und der Bergbau. Die zentral gelegene Stadt Darkhan ist ein im Sowjetstil erbautes industrielles Zentrum, das heute die drittgrößte Stadt der Mongolei markiert. Weitere wichtige Zentren sind die Stadt Sukhbaatar als Verwaltungssitz des Selenge-Aimaks sowie die Stadt Zuunkharaa als dessen einwohnerreichste Siedlung. Alle drei genannten Städte unterhalten Bahnhöfe an der Transmongolischen Eisenbahn. Darkhan und Sukhbaatar liegen zudem an der Fernstraße in Richtung Russland. Insgesamt bildet die Region den wichtigsten Transferraum im mongolisch-russischen Verkehr.

Zwischen dem mongolischen Altanbulag und der sibirischen Stadt Khyakhta liegt der am stärksten frequentierte Übergang zwischen der Mongolei und Russland. Auch Drittstaatler können hier die Grenze passieren. Die Stadt Khyakhta gehört zwar mittlerweile zu Russland, spielt in der mongolischen Geschichte jedoch eine zentrale Rolle. Hier wurden 1727 und 1915 wichtige Vertragswerke unterzeichnet, die die Einflusssphären des expandierenden Russischen Zarenreiches und des Kaiserreiches China definierten. Der zweite Vertrag bildete die Grundlage für die Unabhängigkeit der Äußeren Mongolei. 1921 begannen die mongolischen Rotgardisten – wiederum von Khyakhta aus – ihren Sturm auf Ulaanbaatar und befreiten die Mongolei vom zwischenzeitlichen Regime des weißgardistischen Warlords Ungern von Sternberg.

Zwischen den Bahnhöfen Sukhbaatar und Naushki befindet sich der zentrale Übergang für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr.

Die Straße zwischen der Grenze bei Altanbulag und Ulaanbaatar wird im Rahmen des chinesischen Neue Seidenstraße-Projektes vierspurig ausgebaut. Auch die Eisenbahntrasse soll in baldiger Zukunft erneuert und auf einen durchgängig zweigleisigen Verkehr erweitert werden. Über sie wird schon jetzt ein Großteil des Handelsvolumens zwischen China, der Mongolei und Russland transportiert. In Richtung Westen zweigt von Darkhan eine durchgehend asphaltierte Straße nach Erdenet und weiter zum Khovsgol-See ab. Zudem wurde in den 1970er Jahren von Darkhan-Süd aus eine Stichstrecke der Transmongolischen Eisenbahn in Richtung Erdenet gebaut.

Naturräumlich weist die Region Mittelgebirgscharakter auf und liegt im Übergang zwischen Steppenlandschaft und Taiga. Lediglich der äußerste Osten gehört zum Khentii-Gebirge und ragt somit höher auf. Die Temperaturen entsprechen weitgehend den mongolischen Mittelwerten, allerdings ist die Niederschlagsmenge deutlich höher, als in anderen Teilen des Landes.

Der Metallarbeiter am Eingang der Metallurgie-Stadt Darkhan. Foto: © Brücke-Osteuropa

Sukhbaatar

Die Stadt Sukhbaatar wurde 1940 gegründet und nach dem mongolischen Revolutionsführer Damdiny Sukhbaatar benannt. Sie liegt am rechten Ufer des Orkhon kurz vor dessen Mündung in die Selenge. Sukhbaatar ist vor allem bekannt als Grenzbahnhof nach Russland. Ansonsten gibt es innerhalb der Stadt keine besonderen Sehenswürdigkeiten.

Jedoch lohnt das weniger als zehn Kilometer nordnordwestlich gelegene Felsplateau Saikhany Khotol einen Besuch. Von dort lässt sich aus großer Höhe das Tal von Orkhon und Selenge mit dem Zusammenfluss der beiden längsten mongolischen Flüsse bewundern.

Zehn Kilometer südlich der Stadt liegt der Eej mod (Mutterbaum), ein schamanistisches Heiligtum.

Rund um Sukhbaatar ist vor allem die Viehwirtschaft vorherrschend. Daneben schafft der Grenzverkehr nach Russland einige Arbeitsplätze – sowohl im Handel als auch bei den staatlichen Sicherheitsorganen.

Sukhbaatar ist das einzige Aimakzentrum der Mongolei, welches nicht gleichzeitig die einwohnerreichste Siedlung des Aimaks darstellt. Dies ist im Selenge-Aimak die Stadt Zuunkharaa.

Darkhan

Darkhan war lange die zweit- und ist heute die drittgrößte Stadt der Mongolei. Sie wurde in den 1960er Jahren mit massiver sowjetischer Hilfe erbaut. Im Gegensatz zur etwa 170 Kilometer westlich gelegenen Schwesterstadt Erdenet wurde Darkhan nicht als reine Bergbausiedlung, sondern als industrielles Zentrum der gesamten Nordmongolei konzipiert. Wichtigster Grund für die Wahl des Standortes war die Lage an den mongolisch-russischen Verkehrswegen sowie im fruchtbaren Tal des Kharaa-Flusses kurz vor dessen Mündung in den Orkhon. Der Name rekurriert auf das mongolische Wort für Schmied und sollte auf diese Weise die Bestimmung der Stadt vorwegnehmen. Darkhan ist noch immer ein wichtiges industrielles Zentrum, doch sind nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftssystems viele Arbeitsplätze verlorengegangen. Dies unterscheidet Darkhan von der Bergbaustadt Erdenet mit ihren nach wie vor sprudelnden und auf dem Weltmarkt gefragten Kupfer- und Molybdän-Ressourcen.

Derzeit leben etwa 80.000 Menschen in Darkhan. Haupterwerbszweige sind die metallverarbeitende und die Nahrungsmittelindustrie. Im Jahr 2015 ist zudem die erste Erdölraffinerie auf dem Territorium der Mongolei in Betrieb genommen worden. Darüber hinaus ist Darkhan neben Ulaanbaatar der wichtigste Bildungsstandort der Mongolei. Im gesamten Darkhan-Uul-Aimak finden sich derzeit um die zehn höhere Lehranstalten, sodass Studenten einen signifikanten Teil der Einwohnerschaft ausmachen. Die Bevölkerung setzt sich nahezu ausschließlich aus Mongolen zusammen, weil die in der sozialistischen Phase noch recht vielzahligen russischen Arbeiter fast ausnahmslos in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Die Stadt ist geteilt in eine Altstadt im Norden und eine Neustadt im Süden. Die meisten Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten liegen in der Neustadt. In der Altstadt ist rund um ein Blockhaus der ersten Siedler ein buddhistisches Kloster eingerichtet worden. Grundsätzlich hat Darkhan nicht allzu viel Sehenswertes zu bieten, kann aber als Zwischenstopp zum Auffüllen der Vorräte taugen.

Erwähnt werden muss Darkhans Rolle als zentraler Verkehrsknotenpunkt. Aktuell wird die 230 Kilometer lange Straße nach Ulaanbaatar vierspurig ausgebaut. In der anderen Richtung wird nach 120 Kilometern bei Altanbulag die russische Grenze erreicht. Die Stadt Erdenet liegt 180 Kilometer westlich und lässt sich ebenfalls über eine durchgehend asphaltierte Straße ansteuern. Direkte Eisenbahnverbindungen bestehen nach Erdenet, nach Ulaanbaatar und an die russische Grenze sowie darüber hinaus.

Naturräumlich liegt Darkhan in einer Niederung des breiten Tals des Kharaa-Flusses. Typische Vegetation ist eine grüne Steppenlandschaft. Die klimatischen Bedingungen sind insbesondere im Winter recht hart. Temperaturen von weniger als minus 30 Grad sind keine Seltenheit. Die kurzen Sommer sind niederschlagsreich und weisen in der Regel Tagestemperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius auf. Darkhan liegt auf einer für mongolische Verhältnisse ungewöhnlich geringen Höhe von lediglich knapp 700 Metern.

Amarbayasgalant

Amarbayasgalant ist eines der drei größten und wohl auch das schönste Kloster in der Mongolei. Der Komplex liegt im Tal des Iven-Flusses nicht weit von der Selenge entfernt. Ins Deutsche übertragen bedeutet der Name „Kloster der friedfertigen Glückseligkeit“. Es befindet sich etwa 50 Kilometer westlich von Darkhan. Die Fahrstrecke ist jedoch deutlich länger und beträgt knapp 130 Kilometer. Zunächst ist die asphaltierte Straße zwischen Darkhan und Erdenet zu nutzen. Nach hundert Kilometern zweigt rechts eine Piste in Richtung des Klosters ab. Von Erdenet kommend, liegt der Kreuzungspunkt am Streckenkilometer 81 und geht dementsprechend links ab. Von diesem Ort sind es etwas mehr als 30 Kilometer bis zum Kloster. Diese müssen allerdings offroad auf ausgefahrenen Pisten zurückgelegt werden, was ein entsprechend geländegängiges Fahrzeug nötig macht.

Das Kloster wurde im Jahre 1727 gegründet, um als letzte Ruhestätte von Zanabazar zu dienen, dem Begründer der in der Mongolei bis heute vorherrschenden buddhistischen Gelugpa-Schule. Mönche wurden ausgeschickt, um einen geeigneten Standort für das Grab und das umgebende Kloster zu suchen. Sie wurden auf zwei in der weiten Steppe spielende Jungen aufmerksam, die sie inspirierten, den Komplex genau an diesem Ort zu errichten – so zumindest die Legende. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Kloster genau an der Stelle errichtet wurde, wo zum Zeitpunkt seines Todes der mobile Palast von Zanabazar stand. Anders als Erdene Zuu bildet das Kloster Amarbayasgalant eine stilistische Einheit. Chinesische Muster dominieren. Daneben gibt es einige mongolische und tibetische Einflüsse. Das Kloster wurde nach dem Vorbild des Yonghegong Lama Tempel in Peking geschaffen und ähnelt diesem in Struktur und Ausformung.

Ursprünglich bestand das Kloster aus insgesamt 40 Tempeln, die symmetrisch klar an einer Nord-Süd-Achse ausgerichtet waren. Zumindest die zentralen Tempel des Klosters sind weitgehend den stalinistischen Übergriffen der 1930er Jahre entgangen. Nichtdestotrotz wurden viele Mönche erschossen und erstarb das, religiösen Riten unterworfene, alltägliche Klosterleben. Leider sind in diesem Zusammenhang viele Statuen, Schriften, Artefakte und Thangka-Gemälde verlorengegangen. Heute besteht das Kloster noch aus 28 Tempeln. Die Arbeiten zu deren Restaurierung begannen im Jahre 1988 und damit noch in der sozialistischen Phase. Sie wurden insbesondere von der UNESCO und der indischen Regierung unterstützt. In den umliegenden Bergen sind in den vergangenen Jahren auch völlig neue Stupas und Statuen hinzugekommen.

In der Nähe des Klosters gibt es mittlerweile eine gewisse Infrastruktur an kleinen Läden und Imbissen. Im Sommer bieten einige Jurtencamps Übernachtungen für Touristen an.

Das teilweise wieder restaurierte Kloster von Amarbayasgalant. Foto: © Bogomolov.PL