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Ostwärts Reisen

Mongolei – der Süden

Gobi ist im Mongolischen kein Eigenname, sondern lediglich das Wort für karges Ödland. Die klassische Wüste ist das nicht, wiewohl sich vereinzelt auch ausgedehnte Sanddünen erstrecken, – vielmehr eine schier unendliche Fläche aus Geröll mit spärlichem Bewuchs. Der Westen dieser Region ist noch recht bergig, je weiter man nach Osten kommt, desto ebener wird es.

Die fünf Aimaks der Südmongolei sind die dünnstbesiedelten Gebiete im am dünnsten besiedelten Land der Welt. Hier kommen mehrere Quadratkilometer auf einen Menschen. Das Klima ist äußerst trocken, im Winter sehr kalt und im Sommer mitunter extrem heiß.

Govi-Altai-Aimak

Govi-Altai ist nach der Fläche der zweitgrößte Aimak der Mongolei. Hinsichtlich der Einwohnerzahl liegt er jedoch auf dem viertletzten Rang. Nach Omnogovi ist es der am dünnsten besiedelte Aimak der Mongolei (0,4 Einwohner pro Quadratkilometer).

Von der Fläche her größer als Griechenland, leben hier lediglich 50.000 Menschen, von denen sich ein Drittel im Aimakzentrum Altai konzentrieren. Abseits davon ist die weite Region in der zentralen Westmongolei entlang der chinesischen Grenze nahezu unbewohnt. Seinen Namen erhielt der Aimak von der prägenden Bergkette des Govi-Altai, die sich von West nach Ost quer durch die Provinz zieht und südöstlich des Aimakzentrums Altai Höhen von knapp 3.800 Metern erreicht.

Im Süden liegt eine weite Geröllwüste, in der sich vereinzelte Oasen finden. Der Norden ist etwas bergiger und zergliederter. Ganz im Nordwesten liegt mit der Mongol-Sandwüste eine der größten zusammenhängenden Dünenlandschaften des Landes.

Im gesamten Aimak herrscht ein harsches Wüstenklima mit langen, trockenen Wintern und kurzen Sommern. Der meiste Niederschlag fällt zwischen Juni und August. Im mongolischen Vergleich sind jedoch insbesondere die Wintertemperaturen weniger hart als anderswo.

Wirtschaftlich dominiert die Viehzucht, insbesondere mit Kamelen. Der Bergbau spielt noch eine geringe Rolle, wiewohl verschiedene geologische Expeditionen nahelegen, dass unter der Erde reiche Vorkommen lagern. Hier sind Konflikte mit dem Naturschutz bereits abzusehen. Derzeit sind der gesamte Südosten und ein Stück an der Westgrenze streng geschützt. In diesen Gebieten leben nur wenige Nomaden und ansonsten viele seltene Tierarten – vom Schneeleoparden bis zum Gobibär.

Infrastrukturell ist Gobi-Altai nur notdürftig erschlossen. Lediglich das Aimakzentrum Altai ist an eine befestigte Straße angebunden. Diese führt über den Nachbaraimak Bayankhongor nach Öwörkhangai und weiter nach Ulaanbaatar. Die Strecke zwischen Altai und Ulaanbaatar beträgt etwas mehr als tausend Kilometer und ist bis auf wenige Ausnahmen durchgehend asphaltiert. In der anderen Richtung lässt sich nach etwa 450 Kilometern die Stadt Khovd erreichen. Auch diese Strecke ist asphaltiert und kann innerhalb von fünf bis sechs Stunden bewältigt werden.

Altai

Altai ist das unbestrittene Zentrum des gleichnamigen Aimaks. Hier leben fast 20.000 Menschen, was 40 Prozent der Bevölkerung des Aimaks entspricht. Die Stadt bietet nur wenig Sehenswertes, dient jedoch als Ankerzentrum in und für die Region. Es gibt einige funktionale Hotels, einen Markt, ein paar Restaurants, ein Krankenhaus und verschiedene Internatsschulen. Mit regelmäßigen Flug- und Busverbindungen nach Ulaanbaatar dient die Stadt zudem als Verkehrsknoten.

Das Klima ist trocken, kontinental und kalt, die Vegetation außerordentlich karg. Von Altai führen befestigte Straßen nach Ulaanbaatar und nach Khovd.

Khasagt Khairkhan

Diese Bergkette erhebt sich im Norden des Gobi-Altai-Aimaks. Sie ist im Vergleich zur übrigen Landschaft recht grün und teilweise sogar bewaldet. Der höchste Punkt des Bergmassivs liegt bei 3.579 Metern. Hinter dem Berg wartet das Khunkher Ger Camp auf seine Gäste.

Der Khasagt Khairkhan liegt 40 Kilometer nordwestlich von Altai. Die Strecke muss auf einfachen Wüstenpisten bewältigt werden, sodass die Reisegeschwindigkeit recht gering sein wird und unbedingt ein geländegängiges Fahrzeug vonnöten ist.

Mongol Els

Diese Sandwüste befindet sich im äußersten Norden des Gobi-Altai-Aimaks. Die Dünenlandschaft zieht sich von Ost nach West über mehr als 300 Kilometer. Sie wird begrenzt vom Dörgön-See im Westen, vom Zakkhan-Fluss im Norden und den Khangai-Bergen im Osten. Erklimmt man die Dünen in ihrem östlichen Teil, überblickt man den Ereen Uul-See, wo sich ein Jurtencamp für Touristen befindet.

Die Sandwüste erstreckt sich 150 Kilometer nördlich des Aimakzentrums Altai. Zunächst müssen etwa hundert Kilometer auf Wüstenpisten zurückgelegt werden. Die letzten 50 Kilometer sind dann offroad zu bewältigen, wofür unbedingt ein geländegängiges Fahrzeug vonnöten ist.

Bayankhongor-Aimak

Bayankhongor liegt im zentralen Süden der Mongolei und ist mit einer Fläche von 116.000 Quadratkilometern der viertgrößte Aimak der Mongolei. Bei der Einwohnerzahl liegt er mit 85.000 im Mittelfeld der Rangliste. Das Aimakzentrum ist die gleichnamige Stadt Bayankhongor, wo mit 30.000 Menschen etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Aimaks leben.

Der Aimak besteht seit den 1940er Jahren. In der sozialistischen Phase wurde mit intensiver sowjetischer Hilfe in die Viehhaltung, in die Infrastruktur und in die Bildung investiert. Seit den 2000er Jahren haben verschiedentlich Zuuds, extreme Winter, erhebliche Teile des Viehbestandes vernichtet. Auch aus diesem Grund verließen viele Nomaden die Region, entweder in Richtung des Aimakzentrums oder gleich nach Ulaanbaatar.

Der Aimak ist topografisch recht vielgestaltig. Im Norden und Nordwesten liegen die bewaldeten Berge des Khangai-Gebirges. Die zentralen Teile sind gekennzeichnet durch Trockensteppe. Im Süden liegen die Weiten der Gobi.

Die größten Seen in Bayankhongor sind der Örög- und der Böön Tsagaan See. Beide sind abflusslose Salzseen und liegen in der Halbwüste im Übergang zur Wüstenvegetation. In den Khangai-Bergen im Norden des Aimaks hingegen finden sich verschiedene vulkanische Thermalquellen. Im Süden lohnen vor allem die pittoresken Oasen einen Besuch. Allerdings ist die Anreise dorthin äußerst beschwerlich.

Von der Hauptstadt Bayankhongor werden regelmäßige Flüge nach Ulaanbaatar angeboten. Der Flughafen verfügt über eine befestigte Start- und Landebahn. Zudem ist die Stadt über eine asphaltierte Straße sowohl mit Ulaanbaatar als auch mit den westlichen Aimakzentren verbunden. Von Ulaanbaatar aus sind 650 Kilometer zu überwinden, in die andere Richtung bis nach Khovd sind es 830. Weitere asphaltierte Straßen gibt es nicht.

Bayankhongor-Stadt

Das Aimak-Zentrum liegt im Nordwesten des Aimaks an der südlichen Flanke des Khangai-Gebirges. Die Stadt gruppiert sich um einen heiligen Berg, auf dem nicht gebaut werden darf und der von einer großen Stupa gekrönt wird. Es gibt zwei Klöster. Ein kleineres liegt am Fuße des heiligen Berges und ein größeres etwa 20 Kilometer östlich der Stadt. Letzteres wurde vor den kommunistischen Säuberungen von mehr als 10.000 Mönchen bevölkert, aber dann dem Erdboden gleichgemacht. Es wurde zumindest teilweise wiederaufgebaut und beherbergt eine große Statue von Shakyamuni, dem historischen Buddha. Ansonsten gibt es in der Stadt die typischen Einrichtungen eines Aimak-Zentrums, einige Hotels, Supermärkte und Restaurants.

Das Klima ist recht mild. Im Winter werden nur selten Temperaturen von bis zu minus 30 Grad erreicht. Die Sommer sind für mongolische Verhältnisse lang und reichen von Anfang Juni bis Mitte August.

Tal der Gobi-Seen

Diese Region wird zwar als Tal bezeichnet, ist jedoch viel zu weitflächig, um als solches erkannt zu werden. Tatsächlich bezeichnet es die Depression zwischen den Khangai-Bergen im Norden und dem Gobi-Altai im Süden. Zwischen beiden Gebirgen liegen etwa hundert Kilometer. Von West nach Ost zieht sich das Tal über fast 500 Kilometer und schließt somit kleinere Teile der benachbarten Aimaks Gobi-Altai und Öwörkhangai ein. Diese Zone ist seismisch aktiv. 1957 ereignete sich ein Beben von mehr als acht Punkten auf der nach oben offenen Richterskala, bei dem sich Erdspalten von teilweise mehr als hundert Metern Länge und zehn Metern Tiefe öffneten. Bis heute hat sich die von Wasser bedeckte Fläche deutlich verringert, doch geologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass vor einigen tausend Jahren die gesamte Region unter Wasser lag. Die vereinzelten Seen sind demnach nur die Reste eines weit größeren Reservoirs aus der Vergangenheit. Das wenige Wasser fließt den Seen nahezu ausschließlich aus den nördlich gelegenen Khangai-Bergen zu.

Der größte See der Region ist der Böön Tsagaan Nuur. Etwa 150 Kilometer ostsüdöstlich liegt der Onog Nuur. Wiederum einige Kilometer südlich davon erhebt sich mit knapp 4.000 Metern einer der höchsten Berge des Gobi-Altai – der Ikh Bohd Uul. An dessen Südostseite bietet ein Jurtencamp Übernachtungen für Touristen an.

Der Önog-See befindet sich 150 Kilometer südlich von Bayankhongor. Die Strecke führt über kaum befestigte Wüstenpisten, kann allerdings aufgrund der flachen Topografie recht schnell bewältigt werden. Die Passhöhe zum knapp 4.000 Meter hohen Ikh Bogd Uul liegt etwa 15 Kilometer südlich des Südufers und lässt sich nur mit geländegängigen Autos bewältigen.

Der Böön Tsagaan-See befindet sich 150 Kilometer südwestlich vom Aimakzentrum Bayankhongor. Auch er lässt sich ausschließlich über unbefestigte Wüstenpisten erreichen, sodass mit entsprechend geringen Geschwindigkeiten kalkuliert werden sollte.

Great Gobi-Nationalpark

Dieses Biosphärenreservat gliedert sich in einen A- und einen B-Teil, die sich wiederum auf die Aimaks Khovd, Gobi-Altai und Bayankhongor verteilen. Die Parkverwaltung befindet sich im kleinen Ort Bayantooroi im Gobi-Altai-Aimak. Great Gobi gehört zu den flächengrößten Schutzgebieten der Welt. Unter Einhaltung der Nationalparkregeln ist der Besuch dieser Regionen gestattet. Allerdings sollten sich die Reisenden bewusst machen, dass sie in riesige, nahezu unbewohnte Weiten vordringen. Eine entsprechende Planung ist überlebenswichtig, ein geländegängiges Fahrzeug unbedingt erforderlich. In einem Gebiet von der Größe der Neuen Bundesländer gibt es nahezu keine Infrastruktur. Die letzten Siedlungsposten – Altai-sum im Gobi-Altai-Aimak oder Shinejinst im Bayankhongor-Aimak sollten unbedingt zum Aufstocken der Tank- und Nahrungsmittelvorräte genutzt werden.

In den Weiten der Gobi lohnen verschiedene Oasen einen Besuch. Einige davon sind sporadisch besiedelt und werden – wie etwa Ekhiin Gol – zum Anbau von Ackerfrüchten genutzt. Die Tierwelt weist nahezu alle bekannten Arten der Mongolei auf, darunter auch den vom Aussterben bedrohten Gobibären. Besondere Aufmerksamkeit genießen die im Nationalpark angesiedelten letzten Wildpferde der Welt. Der südliche Teil des Bayankhongor-Aimaks ist bekannt für seinen weißen Kaschmir-Ziegen, aus deren Fell die feinste Wolle weltweit hergestellt wird.

Omnogovi-Aimak

Omnogovi ist mit knapp 165.000 Quadratkilometern der größte Aimak der Mongolei. Er entspricht damit in etwa der Fläche des gesamten Baltikums, ist aber deutlich dünner besiedelt. Hier leben weniger als 50.000 Menschen, womit auf einen Einwohner drei bis vier Quadratkilometer Fläche kommen. In der ohnehin schon sehr dünn besiedelten Mongolei weist Omnogovi die geringste Bevölkerungsdichte aller Regionen auf.

Allerdings ist der Aimak sehr reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen, die zusammen mit den internationalen Bergbaukonzernen ausgebeutet werden. Ein Beispiel ist das Kupfer- und Goldbergwerk Oyu Tolgoi etwa 240 Kilometer östlich des Aimakzentrums Dalanzadgad, ein anderes das Steinkohle-Bergwerk Tawan Tolgoi. Der Bergbau ist eindeutig die Haupteinnahmequelle des Aimaks und auch der Grund für die vergleichsweise gute Infrastruktur. So besitzt die Hauptstadt Dalanzadgad einen Flughafen mit asphaltierter Landebahn, der sich mit regelmäßigen Flügen aus Ulaanbaatar erreichen lässt. Zudem führen durchgehend asphaltierte Straßen von Ulaanbaatar bis in die Aimakhauptstadt Dalanzadgad und in das Bergbauzentrum Oyu Tolgoi.

Klimatisch zeichnet sich die Region durch extrem geringe Niederschläge aus. Die Temperaturen können im Sommer plus 40 und im Winter minus 40 Grad erreichen. Im Jahresmittel gehört die Region zu den wärmsten der Mongolei. Aufgrund der extremen Trockenheit ist nahezu der gesamte Aimak von Geröll- und Sandwüste bedeckt. Eine Ausnahme ist die Oase Dal nahe dem Aimaikzentrum Dalanzadgad. Naturräumlich liegt Omnogovi in einer ausgedehnten, etwa 1.500 Meter hoch gelegenen Ebene. Im Osten reichen die äußersten Ausläufer des Gobi-Altai in den ansonsten eher flachen Aimak. Auch das Areal unmittelbar westlich des Aimakzentrums Dalanzadgad ist vergleichsweise bergig. Hier erhebt sich das Gurvan Saikhan-Gebirge, welches mit dem Dund Saikhany mit 2.825 m seinen höchsten Gipfel erreicht.

Sanddünen im Gurvan-Saikhan-Nationalpark. Foto: © Thomas Vandenberghe

Dalanzadgad

Dalanzadgad ist das unbestrittene Zentrum der Südmongolei. In der Aimakhauptstadt leben etwa 20.000 Einwohner, was einem Drittel der gesamten Aimak-Bevölkerung entspricht. Die Stadt lässt sich von Ulaanbaatar über eine 600 Kilometer lange, durchgehend asphaltierte Straße erreichen, die innerhalb einer Tagesreise bewältigt werden kann. Daneben gibt es eine tägliche Flugverbindung.

Dalanzadgad verfügt über eine recht gute Infrastruktur, was sich mit der Zentralfunktion für die weiten Regionen der wüstenhaften Südmongolei erklären lässt. Die Stadt ist Ausgangspunkt für fast alle Reisen zu den Attraktionen der Wüste Gobi. In der Mongolei ist die Region bekannt für ein vergleichsweise mildes Klima. So fallen die Temperaturen auch im Winter nur selten unter minus 20 Grad. Im Sommer wird es zwischen Juli und August extrem heiß.

Gurvan Saikhan Nationalpark

Die Berge des Gurvan Saikhan erheben sich in direkter Nachbarschaft zur Aimakhauptstadt Dalanzadgad, sind also recht gut zu erreichen. Der Nationalpark zeichnet sich in der ansonsten kargen Landschaft durch eine hohe biologische Vielfalt aus. Hier sind seltene Arten, wie der Gobibär, Gazellen, Wildesel, Wüstenleoparden, Argali-Schafe oder Mönchsgeier beheimatet. Dank des milden und im Gegensatz zur umgebenden Wüste nicht allzu trockenen Mikroklimas lassen sich auch einige seltene Pflanzenarten finden.

Yolyn Am

Die Yolyn- oder Geierschlucht befindet sich im Osten der Gurvan-Saikhan-Berge. Sie liegt nur etwa 45 Kilometer westlich von Dalanzadgad und kann von dort innerhalb von etwa 90 Minuten erreicht werden. Bekannt ist die Schlucht für ein umfassendes und wunderschön blau schimmerndes Eisfeld, welches bis vor kurzem auch im Sommer nicht abschmolz. Mittlerweile jedoch ist es regelmäßig im September vollständig verschwunden und baut sich erst danach wieder auf. Das Eisfeld lässt sich vom Parkplatz aus über einen leicht zu überwindenden Pfad von zwei Kilometern Länge erreichen. Die Schlucht selbst ist acht Kilometer lang. Es ist möglich, sie vollständig zu durchqueren, allerdings sollte gesichert sein, dass ein Geländewagen auf der anderen Seite wartet.

Auf dem Weg zwischen Yolyn Am und den Dünen von Khongory Els liegt eine weitere spektakuläre und äußerste enge Schlucht. Die Dugany Am kann theoretisch auch mit dem Auto durchfahren werden, allerdings muss das Eis dafür vollständig abgetaut sein, wovon wiederum erst ab August gesichert ausgegangen werden kann.

In Norden des Gurvan Saikhan-Gebirges liegen einige Jurtencamps, die sich von der Yolyn-Schlucht aus in weniger als einer Stunde erreichen lassen.

Die vergleichsweise grüne Yolyn-Am-Schlucht. Foto: © Römert

Khongoryn Els

Die singenden Dünen von Khongoryn Els sind eines der touristischen Highlights der Mongolei. Sie sind mit knapp tausend Quadratkilometern eine der größten Sandwüsten das Landes und unterscheiden sich somit erheblich von der übrigen Gobi, die eher eine Geröll- und Halbwüste ist.

Die Khongoryn Dünen erstrecken sich über eine Länge von hundert Kilometern und sind von Nord nach Süd durchschnittlich zwölf Kilometer breit. Die höchsten Dünen finden sich im Nordwesten des Geländes und steigen bis zu dreihundert Metern auf. Es ist möglich, sie zu erklettern, allerdings sollten die dafür nötigen Mühen nicht unterschätzt werden. Der Aufstieg dauert bis zu einer Stunde und ist äußerst ermüdend. Oben angekommen, wird man durch atemberaubende Blicke entschädigt.

Wüstenpisten führen in die jeweils mehr als hundert Kilometer entfernten Orte Bogd (Oworkhangai-Aimak), Bayanlig (Bayankhongor-Aimak) und nach Dalanzadgad. Die weiten Gebiete rund um die Dünen sind nahezu menschenleer. Die klimatischen und topografischen Bedingungen können sehr herausfordernd sein. Insofern sollte man einen erfahrenen Fahrer und Mechaniker sowie ausreichende Vorräte an Bord haben.

Im östlichen Teil der Sandwüste bieten einige Jurtencamps Übernachtungen für Touristen an. In deren Nähe liegt die Oase Khongoryn buruun.

Khongoryn Els ist eine der größten Sandwüsten der Mongolei. Foto: © Doron

Bayanzag

Eine weitere Sandwüste liegt etwas nördlich des Gurvan Saikhan-Gebirges. Auch hier locken eindrucksvolle Ansichten aus rot schimmernden Dünen und einsamen Felsformationen. Die flammenden Klippen haben ihren Namen nach ihrer Farbe erhalten. Sie liegen hoch über einem überraschend grünen Tal, welches als Fundstelle von Saurierknochen bekannt ist. Der amerikanische Paläontologe Roy Chapman Andrews fand hier in den 1920er Jahren Fossilien verschiedener Saurierarten, darunter erstmals auch ein Saurier-Ei.

Die flammenden Klippen liegen etwa hundert Kilometer nordwestlich von Dalanzadgad und lassen sich über eine Wüstenpiste innerhalb von zwei bis drei Stunden erreichen. In der Umgebung finden sich einige Jurtencamps für Touristen.

Weitere Saurierfundstellen liegen im oder in der Nähe des „Wüstenwaldes“ von Togrogiin Shiree. Hier kontrastiert die vergleichsweise üppige Vegetation mit der südlich anschließenden Sandwüste.

Die „flammenden Felsen“ von Bayanzag.

Dundgovi- und Govi-Sumber-Aimak

Der Dundgovi- oder Mittelgobi-Aimak liegt in der Zentralmongolei und bildet den Übergang zwischen dem recht dicht besiedelten Großraum um Ulaanbaatar und den nahezu unbewohnten Landschaften des Südens. Mit knapp 40.000 Einwohnern ist Dundgovi der einwohnerärmste unter den großen Aimaks. Er wird nur noch vom benachbarten Govi-Sumber-Aimak unterboten, der lediglich die Bahnstation Choir und deren Umland abdeckt. Hier leben 17.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte der Region liegt mit knapp drei Einwohnern auf vier Quadratkilometern signifikant unter dem mongolischen Durchschnitt.

Hinsichtlich der Fläche gehört Dundgovi mit etwa 75.000 Quadratkilometern zu den mittelgroßen Aimaks. Govi-Sumber hingegen zählt mit lediglich 5.500 Quadratkilometern zu den drei kleinsten.

Der Grund für die geringe Siedlungsdichte ist das harsche und trockene Wüstenklima. Haupterwerbsquelle ist die Viehwirtschaft, wiewohl viele Nomaden der Trockenheit in die nicht allzu weit entfernte mongolische Hauptstadt entflohen sind.

Die beiden Aimakzentren Mandalgovi und Choir sind mit ihren jeweils wenig mehr als 10.000 Einwohnern die einzigen wesentlichen Städte der Region. Beide sind über asphaltierte Straßen mit Ulaanbaatar verbunden. Von Mandalgovi erreicht man in Richtung Süden die Stadt Dalanzadgad, von Choir aus südwestlich liegt die chinesische Grenze bei Zamiin Uud. Choir ist zudem ein Halt auf der transmongolischen Eisenbahn, der wichtigsten Verbindung für den Güter- und Personenverkehr zwischen Russland, der Mongolei und China.

Von Ulaanbaatar aus lassen sich beide Städte mit dem Auto in etwa vier Stunden erreichen.

Mandalgovi

Mandalgovi verfügt aufgrund seiner Nähe zu Ulaanbaatar über keinen Flughafen. Von Ulaanbaatar aus benötigt man für die knapp 270 Kilometer nur wenige Stunden. Es ist ein typischer Zwischenstopp für Reisende, die, aus der Hauptstadt kommend, die Weiten der Wüste Gobi erschließen wollen. Dabei dient Mandalgovi nicht selten lediglich dem Auffüllen von Vorräten und möglicherweise einer kurzen Rast. Das ist durchaus verständlich, denn bis auf einen kleinen wiedererrichteten Tempel hat die Stadt nicht viel zu bieten.

Mandalgovi liegt in einer weiten Hochebene. Im Umkreis finden sich keine nennenswerten Erhebungen. Das Klima ist trocken, was wiederum eine äußerst karge Vegetation bedingt.

Choir

Choir ist bekannt als einer von nur sieben obligatorischen Halten auf der Transmongolischen Eisenbahn. Die anderen sind die Grenzstationen Sukhbaatar an der russischen und Zamiin-Uud an der chinesischen Grenze, die Bergbaustadt Darkhan im Norden, Zuunkharaa, Ulaanbaatar sowie das von Choir aus in südöstlicher Richtung gelegene Sainshand.

Choir diente lange als Garnisonsstadt der Roten Armee. Nach der politischen Wende der beginnenden 1990er Jahre sind die russischen Soldaten wieder abgezogen. Mittlerweile wird der Standort ausschließlich von der mongolischen Armee betrieben. Im Norden der Stadt liegt der einstmals größte Militärflugplatz des Landes, der heute allerdings nicht mehr betrieben wird.

Ansonsten bietet Choir die üblichen Zentralfunktionen eines Aimakzentrums.

Neben der Eisenbahn verbindet eine asphaltierte Straße Choir sowohl mit der Hauptstadt Ulaanbaatar als auch mit der chinesischen Grenze. Von Ulaanbaatar aus lassen sich die knapp 220 Kilometer bis Choir in drei Stunden überwinden. Bis zur chinesischen Grenze bei Zamiin Uud sind es knapp fünf Stunden.

Ähnlich wie Mandalgovi liegt auch Choir in einer weiten Hochebene. Lediglich im Nordwesten der Stadt finden sich einige kleine Erhebungen. Das Klima ist trocken und kalt, die Vegetation spärlich.

Ongiin Khiid

Das Ongiin-Kloster war eine der ältesten und umfassendsten Klosteranlagen der Mongolei. Leider wurde die gesamte Anlage im stalinistischen Terror der 1930er Jahre nahezu vollständig zerstört. Sie bestand aus zwei Teilen. Das Bari Lam Kloster wurde 1810 am Nordufer des Ongi-Flusses errichtet, das Khutagt Lam-Kloster entstand schon 1760 am Südufer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergten die beiden Klöster noch 17 bzw. elf Tempel und dienten insbesondere als Ort des theologischen Studiums. Unter Stalins Statthalter in der Mongolei, Khorloogiin Tschoibalsan, wurde der gesamte Komplex dem Erdboden gleichgemacht. Zweihundert Mönche sind ermordet worden, andere mussten sich für den Militärdienst verpflichten und wieder anderen gelang es, sich unter die Nomaden zu mischen und fürderhin deren Leben zu führen. Der Ongi-Fluss wurde umgeleitet, um die nahegelegenen Minen zu bewässern.

Nach der politischen Wende in der Mongolei kehrten mehr und mehr Mönche an die einstmals bedeutende buddhistische Lehrstätte zurück. Im Jahre 2004 wurde ein kleiner Tempel fertiggestellt. Mittlerweile leben wieder einige Mönche ganzjährig in der Anlage. Neben dem neu erbauten Tempel ist in einer Jurte ein kleines Museum eingerichtet, in dem Artefakte aus der Blütezeit des Klosters besichtigt werden können. Das Schwesterkloster auf der anderen Flussseite bzw. die Ruinen davon, kann nur bei Niedrigwasser oder im Winter über den vereisten Ongi-Fluss erreicht werden.

Ongiin Khiid liegt abseits befestigter Straßen. Grundsätzlich führen zwei Wege in diese entlegene Gegend. Zum einen kann aus Ulaanbaatar die asphaltierte Straße in Richtung Dalanzadgad genutzt werden. Dort zweigt im Khuld-sum etwa 90 Kilometer hinter Mandalgovi eine Piste in Richtung Delgerkhangai und weiter zum Ongiin Khiid ab. Die ohne Asphalt zu bewältigende Strecke ist etwa 180 Kilometer lang. Insgesamt sind von Ulaanbaatar aus etwas mehr als 500 Kilometer zu überwinden, was in etwa einer Tagesreise entspricht.

Die dem Kloster nahegelegenste Ortschaft ist Saikhan Ovoo. Von dort führt eine Piste über weitgehend ebenes Gelände und entlang des Ongi-Flusses bis nach Arwaikheer. Diese Strecke ist etwa 170 Kilometer lang. In Arwaikheer wiederum schließt eine asphaltierte Straße in Richtung Ulaanbaatar an. Insgesamt liegen auf diesen Wegen knapp 600 Kilometer.

Unmittelbar in der Nähe des Klosters bieten einigen Jurtencamps Übernachtungen für Touristen an.

Das Ongiin-Kloster hoch über dem hier noch jungen Orkhon-Fluss. Foto: © Arabsalam

Tsagaan Suvarga

An der südlichen Grenze des Dundgovi-Aimaks erheben sich die Tsagaan Suvarga-Steinformationen. Der Name bedeutet ins Deutsche übersetzt „Weiße Stupa“, womit auf Form und Farbe dieser Klippen eingegangen wird. Sie ähneln den Bayanzag-Felsen im angrenzenden Omnogovi-Aimak, werden jedoch von deutlich weniger Touristen besucht. Die Klippen sind 60 Meter hoch und 400 Meter lang. Westlich der Grenze zum Omnogovi-Aimak liegen die Ulaan Suvarga-Felsformationen (rote Stupa-Felsen).

Die Tsagan Suvarga-Felsen befinden sich etwa 460 Kilometer südlich von Ulaanbaatar. Kurz nach der Grenze zum Omnogovi-Aimak zweigt bei Tsogt Ovoo eine Wüstenpiste von der befestigten Straße ab, führt zurück in den Dundgovi-Aimak und erreicht nach etwa 50 Kilometern die Klippen. Die Ulaan-Suvarga-Felsen liegen noch näher an der Straße zwischen Ulaanbaatar und Dalanzadgad. Von Tsogt Ovoo sind es über Wüstenpfade nur etwa zehn Kilometer in Richtung Westen.

Jurtencamps finden sich nur in der Nähe der Tsagaan Suvarga-Felsen.

Die Tsagaan Suvarga-Felsen. Foto: © Rob Oo

Ikh Gazaryn Chuluu

Eine weitere pittoreske Felsformation inmitten der Gobi. Das Areal ist annähernd kreisrund und misst im Durchmesser etwa 20 Kilometer. Die raue Gegend ist gut geeignet für Bergwanderungen. Insbesondere am südlichen Ende des Parks bieten einige Jurtencamps Übernachtungen für Touristen an.

Die Straße zum Ikh Gazaryn Chuluu zweigt in Mandalbabi von der asphaltierten Trasse zwischen Ulaanbaatar und Dalanzadgad ab. Von dort sind es noch einmal knapp 90 Kilometer über Wüstenpisten zum Park. Insgesamt sind es von Ulaanbaatar etwa 370 Kilometer.

Ikh Gazaryn Chuluu im Dundgovi-Aimak. Foto: © Rob Oo

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