Jährliche Sommerfahrt in die Ukraine

Seit Beginn des russischen Vernichtungskrieges bin ich jeden Sommer mindestens einmal in die Ukraine gefahren, um Leute oder Sachen hin- und herzubringen oder anderweitig zu helfen. Im vergangenen Jahr bekam diese Sommerreise einen zusätzlichen Zweck. Zwar war der Skoda wie immer bis unters Dach beladen, doch darüber hinaus war es darum gegangen, die touristischen Höhepunkte zu erkunden, um in der Folge ein Ukraine-Programm von Ostwärts Reisen zu entwickeln.

Ab Herbst 2025 lassen sich auf meiner Webseite Reisen in die Ukraine buchen. Reisen an Orte, die ich nach meiner persönlichen Risikoabschätzung für vertretbar halte. Ausreichend Leute für eine Gruppentour sind noch nicht zusammengekommen, doch einigen individuellen Anfragen konnte ich schon entsprechen. Und weil ich damit werbe, jeden einzelnen Punkt in meinen Programmen aus persönlichem Augenschein zu kennen, galt es noch einige Leerstellen zu füllen. Zudem wollte ich in dem einen oder anderen Hotel bzw. bei ausgewählten Tourenanbietern persönlich vorbeischauen.

In Polen hat sich bis heute eine herausragende Infrastruktur entwickelt.

Bravery und Go4Ukraine

Ich wollte mich also bewusst abseits der ausgetretenen Pfade bewegen, ließ Lemberg, die Karpaten und Odesa aus, steuerte Kyjiv auch nur deshalb an, weil dort liebe Freunde warteten und es ohnehin auf dem Rückweg lag. Im Großen und Ganzen sollte es jedoch um viele kleinere Orte dazwischen sowie um die Region östlich des mächtigen Dnipro gehen.

Die Woche zuvor war ich mit meiner Tochter Soana ins Donaudelta gereist. Am Montagabend waren wir am BER gelandet, wo die Mama wartete, die schon 32 Stunden später mit Soana in die Mongolei aufbrechen wollte. Also am Mittwochmorgen, just dann, wenn es für mich in die Ukraine ging. Am Dienstag dazwischen wollte ich in Berlin alles ordnen, packen und die Hilfsgüter laden. So zumindest der Plan, der aber nicht recht funktionieren wollte. Ich arbeite bei den Touren in die Ukraine regelmäßig mit der NGO „Bravery“ zusammen und die hatten mir auch dieses Jahr versichert, Sachen für mich zu haben. Allerdings hatte ich offenkundig nicht klar genug kommuniziert, dass mir zum Laden nur der Dienstag zur Verfügung stand, und da waren alle schon außer Landes.

Mit Töchterchen im Donaudelta.

Nasstja schaffte Abhilfe. Ihre Organisation heißt „Go4Ukraine“ und auch für sie war ich schon einmal gefahren. Statt nach Lichtenrade musste ich nun also ins Lager nach Marzahn und es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie derart kurzfristig bereit war, alles zu vermitteln, persönlich vor Ort zu sein und vor allem die Dokumente für den Zoll zusammenzustellen. Ich war noch nie leer in die Ukraine gefahren, konnte dies dank ihr auch dieses Mal vermeiden.

Es geht los

Tatsächlich wurde der Skoda derart vollgestopft, dass nur mit Mühe ein kleiner Koffer und meine Radtasche auf dem Beifahrersitz Platz fanden. Ich hatte überwiegend Sachen für die ukrainische Armee geladen, die an verschiedene Adressaten in Tscherkassy, Dnipro, Sumy und Luzk gehen sollten. Wobei ich all diese Städte nicht persönlich anzusteuern brauchte, sondern mir nur eine möglichst zentral im Land gelegene Nova Poshta-Filiale suchen musste, von der der letzte Weg nicht mehr weit war. Lediglich die Sachen für Luzk sollte ich selbst abgeben, wenn ich dort vorbeikam. Nova Poshta ist ein junges Logistikunternehmen, das es offenkundig schafft, viele engagierte Leute unter seinem Dach zu vereinen und das sich aktiv für den Abwehrkampf gegen die Russen einsetzt, etwa dadurch, dass NGO-Hilfsgüter innerhalb der Ukraine zu einem geringen Freundschaftspreis transportiert werden.

Nova Poshta-Filiale im zentralukrainischen Uman.

Um sechs Uhr morgens klingelte der Wecker. Ich war froh, dass ich noch daran gedacht hatte, meine Restbestände an polnischen Zloty und ukrainischen Griwna mitzunehmen. Ziel des Tages war die knapp 80 Kilometer südlich von Lemberg gelegene Stadt Drohobytsch. Äußerst ambitioniert, denn dazwischen lagen knapp tausend Kilometer, weiß man nie, was auf der Straße und vor allem an der Grenze passiert.

Einmal quer durch Polen

Für Fahrten aus Berlin in die Ukraine kommen zwei Relationen durch Polen in Betracht. Einmal; Frankfurt (Oder), Posen, Lodz, Warschau, Lublin und die andere: Cottbus, Breslau, Kattowitz, Krakau, Rzeszow. Die erste ist deutlich weniger befahren, kostet dafür aber weit mehr an Mautgebühren. Da ich recht weit in den Süden wollte, wurde es die zweite. Aus Berlin kam ich ohne Umstände raus- und an Breslau gut vorbei. Auch im Oberschlesischen Industrierevier ging es problemlos voran. Nun lauerte Krakau, wo es noch nie keinen Stau gegeben hatte. Meist geht es schon am Flughafen los und zieht sich endlos. Dieses Mal blieb ich zwar auch nicht ungeschoren, doch der Zeitverlust bezifferte sich auf lediglich 20 Minuten.

Krakowiec border checkpoint

Grenzübergang Korczowa/Krakowiec.

Auf den 250 Kilometern zwischen Krakau und der Grenze ist es meist so leer, dass man ordentlich Gas geben kann. Danach wartet am Autobahngrenzübergang Korczowa/Krakowiec zumeist eine lange Schlange. Ich wollte daher klug sein, schon in Przemysl runterfahren und es zwei Übergänge weiter südlich probieren. Offenkundig eine gute Idee, denn ich konnte ohne jegliche Warterei direkt an die polnische Grenzabfertigung heranfahren.

Die ukrainische Bürokratie

Mit den Polen war ich schnell durch, nur die Ukrainer machten Probleme, was verständlich war, denn erfahrungsgemäß ist es egal, was man herausschafft, wird umso genauer geschaut, was hineingebracht werden soll. Zumal dann, wenn man derart vollbeladen ist wie ich. Intensiv wurde bemängelt, dass meine Zolldeklaration nur digital auf dem Handy vorlag. Ich erklärte, dass es zeitlich nicht anders möglich gewesen sei, doch sie waren erst zufrieden, als Nasstja der Grenzbeamtin das Dokument direkt schickte, damit sie es ausdrucken und ordentlich vollstempeln konnte. Vorwurfsvoll wurde vorgetragen, dass in Deutschland auch alles in Papierform vorgezeigt werden müsse, worauf ich entgegnete, dass sich die Ukraine in puncto Digitalisierung lieber andere Vorbilder suchen möge.

Da war sie endlich mit all ihren schönen Stempeln.

Knapp 90 Minuten hatte das Procedere gekostet. Mit der Umstellung auf osteuropäische Zeit war eine weitere Stunde verloren. Dann durfte ich endlich los, musste mir nur noch eine ukrainische SIM-Karte kaufen und dringend tanken. Ersteres gelang in einem kleinen Konsum im Grenzdorf Nizankowice für umgerechnet nur knapp zehn Euro im Monatstarif, Letzteres wurde langsam dringend.

Auf dem Weg nach Drohobytsch

Üblicherweise tanke ich hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Forst (Lausitz) voll, was dann etwa bis Rzeszów reicht, wo nur ein wenig nachgetankt wird, damit man die Ukraine erreicht, wo alles viel günstiger ist. Dieses Mal war ich froh, dass ich in Polen fast alles Kleingeld losgeworden war, das sich mit den Jahren in meinem Zloty/Groszy-Gurkenglas angesammelt hatte. Die kleinen Freuden des Alltags…, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich hinter der Grenze nicht gleich eine Tankstelle findet. Das ist der Nachteil, wenn ein Übergang jenseits der großen Trassen gewählt wird. Zehn Kilometer weiter konnte ich mich endlich beruhigen. Der einsame Tankwart verstand auch sofort, dass ich volltanken und daher erst im Nachhinein bezahlen wollte. Üblicherweise muss in der Ukraine nämlich eine bestimmte Menge angegeben und die entsprechende Rechnung im Voraus beglichen werden. Und erst dann wird der Zapfhahn freigeschaltet.

Die katholische Bartholomeus-Kirche von Drohobytsch.

Bis Drohobytsch veranschlagte Google.maps noch etwas mehr als eine Stunde. Bei der Stadt Sambir erreichte ich den Lauf des hier noch jungen Dnister, der bei Odesa ins Schwarze Meer mündet und mich den gesamten morgigen Tag begleiten würde. In Drohobytsch angekommen, tauschte ich erst einmal Geld, suchte mir was zum Essen und während ich darauf wartete, wurden mir auf Nachfrage die Check-in-Codes des von mir in weiser Voraussicht über Booking reservierten Apartments geschickt. Es lag direkt gegenüber im dritten Stock eines Altbaus. Von außen recht verfallen, im Innern aber schön und ausgestattet mit einem ausgreifenden Balkon.

Im Laufschritt durch die Stadt

Es war kurz vor acht Uhr am Abend und ich hatte noch eine Aufgabe zu erledigen, war ja nicht umsonst nach Drohobytsch gekommen. Also im Laufschritt durch die Altstadt. Zuerst zum Marktplatz mit dem repräsentativen Rathaus, der katholischen und der orthodoxen Kirche. Anschließend durch einige hübsche Gassen zur schön restaurierten Choral-Synagoge und der Maria-Entschlafens-Kathedrale. Für das eigentliche Highlight nahm ich das Auto, denn die beeindruckenden Holzkirchen finden sich etwas außerhalb des Zentrums. Zwei bemerkenswerte Bauten, die zusammen mit anderen ihrer Art im Vorland der Karpaten vollkommen zurecht Eingang ins UNESCO-Welterbe gefunden hatten. Auf dem Weg zurück kaufte ich mir noch eine Flasche Rotwein aus der ukrainischen Schwarzmeerregion, weil ich fand, dass ich mir die redlich verdient hatte und dass sie sich auf meinem überwucherten Balkon vortrefflich genießen ließe.

Die hölzerne Sankt-Georg-Kirche ist im UNESCO-Welterbe gelistet.

Letzte Ehre für einen ukrainischen Helden

Für den nächsten Morgen hatte ich mir den Wecker auf sechs Uhr gestellt. Das Geld für das Apartment sollte ich einfach in der Küche lassen, was mir die Möglichkeit gab, auch mein ukrainisches Kleingeld weitgehend loszuwerden. Dann zum Auto und weiter Richtung Südosten. Zunächst kam ich durch Stryj, das mit seinen knapp 70.000 Einwohnern als wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Karpatenvorland fungiert.

Auf der Landstraße stadtauswärts geriet ich erstmals in eine Situation, die ich auf dieser Reise noch mehrfach erleben würde. Recht unvermittelt waren alle Autos vor mir rechts rangefahren, stiegen die Insassen aus. Also tat ich es ihnen nach. Bald erkannte ich, dass in der Gegenrichtung ein von einem Polizeiwagen angeführter Konvoi unterwegs war. Hier wurde ein ukrainischer Held zu Grabe getragen und wie selbstverständlich fielen alle am Straßenrand auf die Knie. Zum Heulen…

Das Rathaus von Iwano-Frankiwsk mit seiner recht eigenwilligen Form.

Ein schöner Sommermorgen in Iwano-Frankiwsk

Die nächste größere Stadt war mit Kalusch die Heimat des gleichnamigen Orchestras, welches 2022 den Eurovision Song Contest für die Ukraine gewonnen hatte. 30 Kilometer weiter östlich lag mit dem Oblastzentrum Iwano-Frankiwsk das erste Zwischenziel des Tages. In der Nähe des großen Freiluftmarktes fand ich einen geeigneten Parkplatz, die Innenstadt selbst war für auswärtige Fahrzeuge gesperrt. Wie schon gestern in Drohobytsch wollte ich im Laufschritt durch und ein paar Fotos machen. Zunächst zum Großen Markt, wo das Rathaus mit einer ungewöhnlichen Architektur aufwartet. Weiter über die Marienkirche zur Universität. Schließlich über den Brunnenplatz und den Falkenturm zurück, wobei ich mir zwischendrin Zeit für einen schnellen Kaffee nahm. Erst am Auto bemerkte ich, dass ich es in unmittelbarer Nähe des Potocki-Palastes und des pompösen Gebäudes der Oblastverwaltung abgestellt hatte, die natürlich auch noch abgelichtet wurden. Die Stadt schien mir nicht allzu spektakulär, doch die Atmosphäre gefiel mir. Waren doch die vielfältigen kulturellen Einflüsse deutlich zu spüren. Sicherlich hat auch die sommerliche Morgensonne zu diesem Eindruck beigetragen.

Vor der Oblastverwaltung wird den ukrainischen Helden gedacht.

Der berühmteste Sohn der Region

In der Ukraine wird Iwano-Frankiwsk stets mit Stepan Bandera assoziiert, der im Jahre 1909 in einem kleinen Dorf ein paar Kilometer westlich geboren wurde. Die heutige Westukraine war seinerzeit in den Städten mehrheitlich polnisch-jüdisch und auf dem Land mehrheitlich ukrainisch besiedelt. Sie war Teil der Zweiten Polnischen Republik, die sich in ihrem Osten über einen riesigen Raum vom heutigen Lettland bis ins heutige Rumänien erstreckte. Als Nationalist mit dem Traum eines unabhängigen Staates war klar, dass sich Bandera zunächst gegen Polen wenden musste. 1934 wurde er wegen Beteiligung an der Ermordung des polnischen Innenministers erst zum Tode und später zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Polen nicht nur von den Nazis, sondern gemäß des Hitler-Stalin-Paktes auch von den Sowjets angegriffen. Die beiden Blutsäufer teilten sich die Beute und weil die heutige Westukraine zur Sowjetunion kam, erschien Bandera eine Kollaboration mit den Nazis opportun. Mit dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion hielt er seine Stunde für gekommen, doch auch die Nazis hatten selbstverständlich kein Interesse an einem unabhängigen ukrainischen Staat, sodass sich Bandera bald im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin wiederfand, aus dem er 1944 entlassen wurde, um zusammen mit seinen Partisanen den Widerstand gegen die heranrückende Rote Armee zu koordinieren. Nach dem Krieg flüchtete Bandera nach München, wo ihn 1959 ein KGB-Agent aufspürte und erschoss.

Bandera-Monument in Iwano-Frankiwsk.

Banderas historisches Wirken wird auch in der Ukraine lebendig diskutiert. Unstrittig ist, dass die von ihm gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) an zahlreichen Massakern gegen die jüdische und auch die polnische Zivilbevölkerung beteiligt war, weniger deutlich ist die Frage, inwieweit er persönlich in diese Prozesse involviert war. Zweifelsohne hatte Bandera rücksichtlos mit all jenen kooperiert, die ihm auf dem Weg zu einem ukrainischen Staatswesen hilfreich erschienen. Das waren zuerst die Sowjets und dann die Nazis. Andere Partner standen nicht zur Verfügung. Wie man sich bettet, so liegt man, doch was wäre die Alternative gewesen?

Anti-Kriegs-Proteste in Krakau im März 2022. Foto: Silar

Polnisch-ukrainische Friktionen

Meiner bescheidenen Meinung nach ist der vor allem in der Westukraine gepflegte Bandera-Kult eher eine Trotzreaktion auf den albernen Vorwurf aus dem Kreml, dass Nazis in der Ukraine regieren würden. Tatsächlich herrscht dort eine lebendige liberale Demokratie, während die russische Gesellschaft bis in die letzte Faser vom Faschismus zerfressen ist. Das Geschrei der Russen ist, was es ist, bedenklich ist allerdings, dass die historische Debatte um Bandera und seine OUN auch die polnisch-ukrainischen Beziehungen schädigt, dass die Russen daraus ihren Honig saugen und diese Entwicklung durch Desinformation und Sabotage zusätzlich anheizen. Kurz nach Beginn des Krieges war noch eine gigantische Welle der Solidarität durch Polen geschwappt, fanden mehrere Millionen Menschen Hilfe und Obdach, heute ist die Situation eine andere.

Der aktuelle rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki wurde im vergangenen Jahr auch deshalb gewählt, weil er im Wahlkampf gezielt mit anti-ukrainischen Parolen Stimmung gemacht hatte. Zuvorderst war es darum gegangen, dass Ukrainer aufgrund ihres Flüchtlingsstatus schneller an Arzttermine kämen, wobei ich mir denke… „naja, wenn das alles ist…“ Tatsächlich sind die Integrationserfolge der Ukrainer in Polen deutlich größer als in Deutschland. Gute Ausbildung, eine nahezu vollständige Integration in den Arbeitsmarkt, aufgrund der sprachlichen Nähe kaum Kommunikationsprobleme, äußerst geringe Kriminalitätsbelastung… Viele polnische Unternehmen würden ohne ihre ukrainischen Mitarbeiter den Markt nicht mehr bedienen können.

Der polnische Präsident Karol Nawrocki im Jahre 2025 bei einem Wahlkampfauftritt im Städtchen Sanok nahe der ukrainischen Grenze. Foto: Marsilar

Lasst Euch nicht spalten!

Dies gilt es in den Vordergrund zu stellen, doch stattdessen wurde im Frühjahr 2026 einer Einheit der ukrainischen Armee der Ehrentitel „Helden der UPA“ verliehen, wozu man wissen muss, dass die UPA als Teil der Organisation Ukrainischer Nationalisten im Zweiten Weltkrieg an Massakern an der polnischen Zivilbevölkerung beteiligt war. So etwas ist unnötig. Reißt Euch zusammen! Lasst Euch nicht spalten! Der gemeinsame Feind will genau das. Dazu passt, dass ich erst gestern im Radio hören musste, dass polnische Hooligans nahe Grünberg (Zielona Gora), also gar nicht so weit von Berlin, ein ukrainisches Pärchen zusammengeschlagen hatten, nur weil es aus der Ukraine stammte.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Wer mit dem eigenen Auto in die Ukraine fahren möchte, benötigt dazu lediglich den Reisepass und den Fahrzeugbrief. Theoretisch auch den Nachweis einer Krankenversicherung und eines Haftpflichtschutzes für das Auto, doch nach beidem bin ich schon ewig nicht mehr gefragt worden.

Kyiv main station

Am Hauptbahnhof von Kyjiv kommt jeden Morgen um neun Uhr ein Zug aus Przemysl an.

Wer ohne Auto kommt, ist auf Busse oder die Bahn angewiesen, denn der zivile Flugverkehr ist seit Beginn des Krieges eingestellt. FlixBus fährt seit einigen Monaten durch nach Kyjiv, sodass man nicht mehr in Przemysl umsteigen muss. Auch Ecolines und Shevchenko-Reisen bieten direkte Verbindungen. Die Fahrzeit beträgt jeweils um die 24 Stunden.

Der EC 135 fährt täglich von Leipzig nach Przemysl, wo Anschluss an einen Zug nach Kyjiv besteht. Abfahrt kurz vor elf Uhr, Ankunft gegen 21 Uhr. Weiterfahrt nach Kyjiv um 22:30 Uhr, Ankunft dort am nächsten Morgen neun Uhr.

Drohobytsch ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in die ukrainischen Waldkarpaten. Hier möchte ich insbesondere die Gegend rund um den Uzhok-Pass empfehlen, die touristisch noch nicht so überlaufen ist und daher sehr ursprünglich daherkommt. Nördlich des Passes entspringt im Grenzgebiet zu Polen der Dnister. Südlich davon fließt der Ush hinunter nach Uzhgorod in die Hauptstadt des westlichsten ukrainischen Oblasts, Transkarpatien. In Uzhgorod gibt es einen Grenzübergang in die Slowakei.

Uzhok-Pass

Am Uzhok-Pass in den ukrainischen Waldkarpaten.

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