Osterferien im Kaukasus

Georgien war von Anbeginn mein Herzensland, eine Liebe auf den ersten Blick. Seit 2019 war ich jedes Jahr dort und immer wieder aufs Neue begeistert. Dieses Mal wollte ich die Osterferieneise für meine Tochter mit Recherchen für mein Georgien-Reisebuch und dem einen oder anderen Gespräch mit potenziellen Partnern verknüpfen. Darüber hinaus interessierte mich, wie sich die politische Situation auf die Stimmung im Land ausgewirkt hatte. Der Trend der vergangenen Jahre war leider kein guter gewesen.

Die Bagrati-Kathedrale über Kutaissi.

Von Berlin nach Kutaissi

Die Reise sollte sich zwar auf den Osten Georgiens konzentrieren, doch ich hatte eine Passage von Berlin ins westgeorgische Kutaissi gebucht, wohin die ungarische Billigairline Wizz seit einigen Jahren fliegt. Georgian Airways nach Tbilissi wäre zwar logistisch günstiger gewesen, doch erstens stimmten die Flugtage nicht mit unseren Plänen überein und zweitens waren die deutlich teurer. Vor Ort würden wir dann mit dem Mietwagen unterwegs sein, wobei Cars4Rent der Partner ist, mit dem ich im Georgien-Programm von Ostwärts Reisen üblicherweise kooperiere. Mit konkurrenzfähigen Preisen, überdurchschnittlich gut gepflegten Autos und einer pauschal inkludierten Vollkasko-Versicherung, sodass man sich im Falle eines Unfalls keine Sorgen machen muss. Vor allem aber sticht der gute Service heraus.

Über den Flug gibt es nicht viel zu berichten. Wir hatten uns mit verschiedenen Reisekosmetika im 100 ml-Format eingedeckt und auf Aufgabegepäck verzichtet. Das sparte Geld und wir konnten gleich nach der Landung losmarschieren. SIM-Karten am Flughafen sind nicht viel teurer als anderswo. Soana gönnte ich ihre eigene, weil 15 Lari bzw. fünf Euro für eine Woche Laufzeit absolut erschwinglich sind. Papuna, mein Kontaktpartner von Cars4Rent, wartete auf dem Parkplatz mit unserem Mitsubishi Outlander Sport. Die vereinbarten 300 Euro für die eine Woche gab ich ihm in bar. Vertrag unterschreiben, kurz den neuesten Gossip austauschen und nach nur fünf Minuten ging es los.

Auf der neuen Autobahn in Richtung Gori.

Die neue Autobahn durch die Surami-Berge

Die Anreise hätte nicht schneller funktionieren können, was auch nötig war, denn ich wollte an diesem ersten Nachmittag schonmal ein wenig Strecke machen. Dabei half, dass die Autobahn vom Schwarzen Meer nach Tbilissi mittlerweile vollständig fertiggestellt ist. Zentraler Lückenschluss bei den Bauarbeiten war der Abschnitt durch das Surami-Gebirge, welches den Kleinen mit dem Hohen Kaukasus verbindet und somit eine natürliche Barriere zwischen dem Osten und dem Westen Georgiens markiert. Auch klimatisch und kulturell, aber vor allem logistisch. Die 70 Kilometer zwischen Zestaponi im Westen und Khashuri im Osten hatte ich schon etliche Male durchquert und immer war es die Hölle, sich auf dieser engen Landstraße mit altersschwachen Lastern über Serpentinen von Baustelle zu Baustelle zu quälen. Stets auf der Hut vor lebensmüden Rasern, die sich Platz verschaffen wollten, wo keiner war. Dieses Mal dagegen war es eine reine Wohltat. Soana durfte sich als DJane betätigen und ich steuerte das Auto bei mäßigem Verkehr völlig entspannt durch die dutzenden Tunnel der neuen Trasse.

Nach anderthalb Stunden erreichten wir in Gori das Tal der Kura und somit Ostgeorgien. In der Mittelstadt mit ihren knapp 50.000 Einwohnern war vor knapp 150 Jahren einer der größten Massenmörder der Geschichte geboren worden – Josef Stalin. Hauptattraktion ist das vollkommen unkritische Stalin-Museum, doch auch die Zitadelle und die hübsch restaurierte Alstadt lohnen den Besuch. Etwas mehr als zehn Kilometer östlich von Gori erhebt sich mit der jahrtausendealten Festungs- und Höhlenstadt Upliszikhe eine absolute Weltsensation. Uns fehlte für längere Besichtigungen allerdings die Zeit und bei Soana auch die Lust. Zumal wir das alles schon gesehen hatten.

Upliszikhe cave monastery

Die uralte Festungs- und Höhlenstadt Upliszikhe.

Ein erster Abend in Stalins Heimatstadt

Gori ist nicht sehr groß. Unser Aparthotel lag nahe des Stalin-Parks, der tatsächlich noch immer so heißt. Die Zimmer waren geschmackvoll eingerichtet und das Personal bot einen guten Service. Soana begeisterten vor allem die niedlichen Straßenhunde, die hier liebevoll gepflegt wurden. Nachdem wir unsere ersten georgischen Lari getauscht hatten, suchten wir uns für das Abendessen das Shin da Gori-Restaurant heraus. Vor zwei Jahren waren wir im Georgien-Blog Wander-Lush auf diese Empfehlung gestoßen und hellauf begeistert. Auch dieses Mal gab es wieder gute georgische Küche in urigem Ambiente und mit freundlicher, sogar deutschsprachiger Begleitung seitens unserer Kellnerin. Am Nachbartisch nahm eine georgische Großfamilie ihren Sonntagsschmaus ein, Soana freute sich über etwas Handyzeit und ich fühlte mich bei einem ersten Glas Wein so richtig angekommen in diesem fantastischen Land.

Das Rathaus von Gori.

Auf in den Osten

Frühstück war nicht inklusive, doch ich hatte schon am Vorabend Milch und eine Tüte Schoko-Flakes gekauft. Löffel und eine Schale durften wir von unseren überaus freundlichen Gastgebern ausleihen. Ich hoffte, dass Soana somit genug Energie für die kommenden drei, vier Stunden erhalten würde. Ich hatte ihr versprochen, die Autozeit möglichst gering zu halten, doch irgendwie mussten wir ja vom Westen in den äußersten Osten des Landes gelangen. Bis Tbilissi war es eine gute Stunde. Kurz vor der Stadt hatte mich Google.maps auf die Umgehungsstraße gelotst, wozu ich zuerst von der Autobahn links ausfahren und dann auf einer Schnellstraße eine Wende vollziehen sollte. Die Trassenführung im Großraum Tbilissi ist mitunter eigenwillig, doch es hatte funktioniert. Für einige Kilometer sahen wir noch die georgische Metropole vorbeiziehen, bis uns die Gombori-Berge in Empfang nahmen.

Wir waren auf dem Weg zu guten Freunden: Davit und Teo, die sich im kleinen Städtchen Dedoplis Tskaro in den vergangenen Jahren ein wahres Kleinod von Ferienanlage geschaffen hatten. Davit hatte am Abend zuvor eine gute und eine schlechte Nachricht für mich parat gehabt, wobei der Gehalt der letzteren deutlich umfassender schien. Einerseits würden wir uns darüber freuen können, dass der Kakheti Highway auf den ersten 50 Kilometern hinter Tbilissi nunmehr autobahnartig ausgebaut ist, andererseits sei für die zwei Tage unseres Aufenthaltes mit anhaltendem Dauerregen zu rechnen. Er hatte gefragt, ob wir die Reise nicht umplanen könnten, doch ich hatte keine Lust, alles wieder auf links zu drehen. Irgendwo würde uns der Regen ohnehin erwischen und just hinter Tbilissi ging es schon los.

2022 waren wir das erste Mal im Vashlovani-Nationalpark.

Vashlovani und der Dauerregen

Um in den Vashlovani-Nationalpark zu gelangen, muss man zunächst zur Verwaltung in Dedoplis Tskaro. Die Dame dort ließ uns wissen, dass es mit unserem Stadtauto illusorisch sei, im Park mit seinen komplett unbefestigten Pisten umherzukommen. Erstens sei auch für den morgigen Dienstag Dauerregen angesagt und zweitens müsste das Gelände mindestens zwei Tage in der Sonne trocknen, um wieder befahrbar zu sein. Es sei denn, man hätte einen Hummer, doch unser Mitsubishi Outlander verfügte nicht einmal über Allradantrieb. Es gäbe aber eine Alternative. Und zwar die Flussschleife Kakliskure, die auf fast allen Seiten vom Grenzfluss Alazani umspült wird. Bis auf die letzten zwei Kilometer sei die Strecke komplett asphaltiert. Das passte für mich, denn ich hatte im Nationalpark schon fast alles gesehen. Es fehlte nur die besagte Flussschleife und der Öl spuckende Schlammvulkan Qila Kupra, zu dem uns die Grenzpolizei zwei Jahre zuvor nicht gelassen hatte.

Die Dame vom Nationalpark bescheinigte mir, dass ich die Nationalpark-Genehmigung beantragt hatte. Damit könne ich nun zur Grenzpolizei fahren, um mir dort die Erlaubnis für das Betreten des Grenzgebietes zu holen. Das Nationalpark-Ticket sollte ich erst am folgenden Morgen bezahlen, wenn ich mir wirklich sicher war, die Fahrt auch antreten zu wollen. Im Dauerregen ging es also ans andere Ende des Städtchens, wo wir im Schutze eines kleinen Pavillons unsere Formulare ausfüllten. Dieses Mal achtete ich genau auf das Datum, denn zwei Jahre zuvor hatten die Grenzer noch einen Fehler gemacht, was uns den Qila Kupra kostete, der uns offenbar auch dieses Jahr verwehrt blieb. Immerhin hatte ich im letzten Jahr mit Davits Hilfe meine Eltern dorthin lotsen können, verfüge also über ausreichend Fotos und Informationen.

Alazani river in Vashlovani national park

Der südöstlichste Punkt Georgiens.

Nach nur fünf Minuten kam ein freundlicher Grenzsoldat heraus und übergab uns die Bescheinigung. Nun mussten wir nur noch tanken und auf dem kleinen Markt in der Stadtmitte Verpflegung besorgen. Das war schnell erledigt und nach einem Schawarma im Imbisslokal um die Ecke ging es endlich zu Davit und Teo. Im Frühjahr 2022 waren wir das erste Mal hier gewesen und sofort schockverliebt. Auf den drei Georgien-Reisen zuvor hatten wir schon viel gesehen, doch der Vashlovani-Nationalpark toppte fast alles. Er liegt allerdings abseits der ausgetretenen Pfade, sodass bis heute nur wenige Touristen den Weg hierher finden.

Der heißeste (Geheim)Tipp in Georgien

Die nahezu komplett fehlende Infrastruktur ist Abenteuer und Anspruch zugleich. Unsere erste Tour offroad durch den Park werde ich nie vergessen. Einen solchen Ort mit all seiner Energie hatte ich selten gesehen. Weites, leuchtend grünes, Grasland, in denen die Nomaden ihr Vieh hüteten. Hinter einem Bergmassiv die Geröllwüste im Tal des Iori, nicht enden wollende Badlands in Richtung des Grenzflusses Alazani, spektakuläre Blicke auf den Hohen Kaukasus im Norden, auf die weite Fläche des Mingacevir-Stausees sowie das Murovdag-Massiv im Süden – beides schon in Aserbaidschan – und eine fantastisch artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Immer mal wieder kreuzten die erstaunlich schnellen Landschildkröten den Weg, unter den Nestern der Brutvögel in den Klippen der spektakulären Bärenschlucht sollte man sich vor Schlangen in Acht nehmen und all dies ohne jede Infrastruktur aus Läden, Straßen oder auch nur einem Wifi-Signal. Unten an der Flussschleife in Mijniskure hatten wir eine georgische Familie getroffen, mit der wir auf einen Felsen hoch über dem Alazani kletterten und sogar ein paar Meter hinter den Grenzpfahl nach Aserbaidschan liefen. Georgien ist kein sehr großes Land, doch hier schien es endlos weit.

Geröllwüste an der aserbaidschanischen Grenze.

Dedoplis Tskaro selbst ist weit mehr als nur der übliche Ausgangspunkt für Touren in den Park. Nur hundert Meter hinter Davits und Teos Kleinod beginnt die spektakuläre Adlerschlucht. Oben entlang bieten sich nicht nur fantastische Blicke in die Schlucht selbst, sondern bald auch ins weite Alazani-Tal, das die Urheimat des Weines ist und welches in der Ferne von den schneebedeckten Bergriesen des Hohen Kaukasus gekrönt ist. In der anderen, östlichen Richtung war mit dem Auto in nur zehn Minuten die Khornabuji-Festung erreicht, die seit anderthalb Jahrtausenden über dem Alazani-Tal thront und den Zugang ins fruchtbare Kachetien kontrolliert. Unmittelbar südlich von Dedoplis Tskaro soll der heilige Elias für mehrere Jahre einsam auf einem Doppelgipfel verharrt haben. Die Blicke hier bieten eine gänzlich andere Szenerie und einen ersten Eindruck von der Weite des Nationalparks. Steppiges Hügelland so weit das Auge reicht. In der Ferne sind die Schlammvulkane Tekhti Teppa und Qila Kupra sowie der Stausee des Iori zu erahnen, die sich allesamt über eine durchlöcherte Betonpiste erreichen lassen.

Über der Adlerschlucht und mit Blick auf das weite Tal des Alazani. Im Hintergrund der Hohe Kaukasus.

Wiedersehen mit Freunden

Davit erwischten wir im Garten. Er steht nie still und erledigt ständig irgendwas. Teo genauso, wiewohl sie aktuell im sechsten Monat schwanger ist und das dritte Kind erwartet, nach dem elfjährigen Gabriel und der sechs Jahre alten Masho. Selten habe ich so fleißige und darüber hinaus entspannte Menschen getroffen. Während ich mich selbst mitunter als kleiner „Stressbeißer“ aufführe, wird hier stets die Ruhe bewahrt.

Es war erst Nachmittag, sodass wir bar anderer Möglichkeiten im Dauerregen viel Zeit hatten. Davit hatte uns im neuesten der verschiedenen Blockhäuser untergebracht, die sich in diesem herrlichen Garten verteilten. Soana war begeistert. Unten die Terrasse, dann ein Aufenthaltsraum mit einem kleinen Tisch und schließlich das Bad. Spektakulär wurde es im zweiten Stock, wo Teo alles minimalistisch eingerichtet und urgemütlich genau an den richtigen Ort gepackt hatte. Eine Hängeschaukel, eine riesige Liegewiese als Bett, äußerst geschmackvolle Leuchten und sonst nichts. Höhepunkt war das Netz, welches Davit über eine quadratische Aussparung im Holzboden gespannt hatte. Er hatte mir versichert, dass auch ich mich dort hineinlegen könne, doch das war mir nichts. Soana hatte mehr Mut und schmiss sich regelrecht hinein. Sie musste nach dem Duschen noch ein wenig lesen und ich konnte von unten beobachten, wie sie es sich zu diesem Zweck im Netz bequem gemacht hatte. Nun soll ich die gesamte Anordnung für sie in Berlin nachbauen…

Im zweiten Stock unseres Bungalows.

Weil der Regen etwas nachgelassen hatte, überredete ich Soana auf einen kurzen Spaziergang durch die Adlerschlucht. Oben entlang, weil die Wege unten zu matschig waren. Eine etwas morbide Szenerie mit all dem Nebel, der in der Dämmerung durch die Schlucht waberte. Wir liefen so lange bis wir auf der anderen Seite das weite Tal des Alazani erkennen konnten und kehrten dann um, denn wir waren eingeladen.

Traurig schöner erster Abend

Sie hatten für uns gekocht. Teo war nun auch dabei und Davit brachte seinen hervorragenden selbstgekelterten Hauswein an den Tisch. Die Kinder waren im Haus geblieben, weil sie genau wie Soana noch ein wenig fremdelten. Bald waren Davit und ich jedoch weitgehend unter uns, weil die hochschwangere Teo ihre Ruhe brauchte und Soana sich dem Handy widmete.

Davit und Teo in ihrem herrlichen Garten.

Es war schön zu hören, wie viele Gäste ich den beiden über meinen Reiseblog, die Individual-Angebote von Ostwärts Reisen und mein Georgien-Buch gebracht hatte. Davit erzählte, dass mehr als die Hälfte der Buchungen mittlerweile aus dem deutschsprachigen Raum stammten. Umso wichtiger, weil die politische Situation weiterhin instabil sei und immer kurzfristiger reserviert werde. Aktuell hätten sich für den Sommer weniger Gäste angemeldet als noch im vergangenen Jahr, doch als zweite Einnahmequelle bliebe noch immer die Rolle als Tourguide und Fahrer im Nationalpark.

Ein Land im Niedergang

Gemeinsam schimpften wir auf Bidsina Iwanischwili, jenen Oligarchen, der Georgien seit Jahren beständig zurück in die Russkyi Mir zu führen trachtet. Mit einem Agentengesetz, gefälschten Wahlen, Schlägertrupps, der Abkehr von der EU und einer ausufernden Korruption. Der zivile Widerstand sei zwar weiterhin stark, doch allzu viel Hoffnung konnte Davit nicht mehr aufbringen. Seit mittlerweile 500 Tagen werde täglich vor dem Parlament auf dem Rustaveli-Boulevard in Tbilissi demonstriert, doch erfolgreich sei das bislang nicht gewesen. Im Gegenteil würde der Druck auf die Opposition zunehmend steigen. Sein Schwager sei am Rande der Proteste einmal festgenommen worden, kam zwar nach zwei Tagen wieder frei, erhält nun aber nicht mehr die Genehmigung für das Grenzgebiet. Was ich nur wenige Stunden zuvor als reine Formalie erlebt habe, wird offenbar dazu verwendet, unliebsamen Personen ihr Einkommen zu entziehen, denn auch Davits Schwager arbeitet als Tourguide im Park.

Proteste gegen die gefälschten Wahlen im Oktober 2024. Foto: Jelger Groeneveld

Davit erzählte eine Geschichte nach der anderen. Wie das Agentengesetz genutzt wird, um Geldtransfers von im Ausland lebenden Familienangehörigen zu kontrollieren, von angehauchten, mitunter aber auch offen vorgetragenen Drohungen, von der Korruption, davon, wie regierungstreue Lehrer seine Kinder mobbten, wie der Deutschunterricht eingestellt und Russisch als zweite Fremdsprache quasi obligatorisch würde und und und. Iwanischwilis Vorgänger Mikhail Saakaschwili sei aus anderen Gründen äußerst unbeliebt gewesen. Mit seinen narzisstischen Zügen, den sexuellen Grenzüberschreitungen und dem Hang zu Großprojekten, die am Ende viel kosteten, doch dem Land nichts brachten. Immerhin jedoch hätte sich Georgien unter seiner Führung massiv modernisiert, sei intensiv gegen Korruption und Machtmissbrauch vorgegangen und die Verwaltung verschlankt worden.

Davit weiß das alles viel besser als ich, doch selbst von außen konnte man bemerken, wie die Aufbruchstimmung der 2010er Jahre nahezu vollständig verklungen und einer allgemeinen Agonie gewichen war. Die einen kämpfen noch, die anderen fügen sich drein und wieder andere verlassen das Land. Auch Davit und Teo tragen sich mit diesem Gedanken. Wenn das Baby aus dem Gröbsten raus sei, müssten sie sich entscheiden, ob die Zukunft der Kinder noch in Georgien liegt oder nicht.

Es gab kaum ein Thema, das nicht auf die politische Situation zurückführte und so wurde es ein schöner, aber auch ein wenig trauriger Abend. Nach drei Flaschen Wein war es dann genug. Soana und ich verabschiedeten uns in unser urgemütliches Bungalow und hofften auf besseres Wetter am folgenden Morgen.

Eine Bahnfahrt zwischen Kutaissi und Tbilissi ist ein fantastisches Erlebnis.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Tbilissi ist auf dem Luftweg von Düsseldorf (Eurowings), Frankfurt, München (jeweils Lufthansa), Berlin (Georgian Airways) und Wien (Austrian Airlines) erreichbar.

Die ungarische Billigairline Wizz fliegt von verschiedenen deutschen Städten aus ins westgeorgische Kutaissi. Und zwar von Berlin, Dortmund, Hahn (zwischen Koblenz und Trier) sowie Memmingen in Bayerisch Schwaben. Seit 2025 auch von Wien.

Wer mit dem Mietwagen auch nach Armenien fahren möchte, dem sei ebenfalls Cars4Rent empfohlen. Sie stellen für wenig Geld eine notarielle Beglaubigung aus, mit der der Grenzübertritt vollkommen problemlos erfolgen kann. Gleiches gilt im Grunde für Aserbaidschan, doch die Landgrenze ist für Ausländer nach wie vor geschlossen. Vorgeblich wegen Corona.

Armenia-Georgia border

Armenisch-georgische Grenze bei Bavra/Bagatashen.

Auf der neuen Autobahn sind es nur drei Stunden mit dem Mietwagen von Kutaissi nach Tbilissi, sodass es fast egal geworden ist, ob man dort oder dort landet. Parallel verkehrt ein Zug, der Tbilissi in knapp vier Stunden erreicht.

Die besten Reisemonate für den Vashlovani-Nationalpark sind Mai und September. Eine Tour erfordert gründliche Vorbereitung, ausreichend Proviant und ein geländegängiges Fahrzeug.

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