Die Demilitarisierte Zone zwischen den beiden Koreas

Meine Tochter Soana ist dem K-Pop verfallen und ich will demnächst Reisen nach Korea anbieten. Zwei gute Gründe, um mit der Kleinen nach Seoul zu reisen. Es war ihr Hauptgeschenk zu Weihnachten, welches mit feuchten Augen quittiert wurde. Die Anreise mit Turkish Airlines war fürchterlich, doch der erste Tag in Seoul umso besser. Nun machten wir uns auf an die Grenze zum Norden, wozu ich schon in Berlin eine geführte Tour gebucht hatte. Individuell werden Touristen nämlich nicht an diesen schwerbewachten Ort gelassen.

Nächtlicher Heulkrampf

Soana war am Abend zuvor gut eingeschlafen, ich hatte allerdings heftig mit dem Jetlag zu kämpfen. Als ich endlich etwas Ruhe gefunden hatte, wurde ich prompt wieder geweckt. Keine Ahnung, was sie geträumt hatte, doch es brauchte fast eine Stunde, um sie zu beruhigen. Ich erzählte ihr von unserem bevorstehenden Ausflug, kam dabei auf die deutsche Teilung und den 9. November 1989 zu sprechen, schilderte, wie schön das war und wurde dabei selbst emotional. Kannte ich von mir bislang noch nicht, doch ich schob es auf das Schlafdefizit.

Abfahrt von Myeongdong.

Am Morgen wartete an unserer Metrostation ein Bus der lokalen Touragentur VIP Travel. Unser Guide Diane hatte uns schon am avisierten U-Bahn-Ausgang angesprochen. Weil Februar Nebensaison ist, wurden gleich zwei Gruppen transportiert. Die Chinesen saßen rechts und die Englischkundigen links. Wir stoppten noch einmal am Rathaus und ein zweites Mal in Hongdae, um weitere Gäste einzuladen. Von Hongdae war dann in nur knapp 40 Minuten der Zugang zur Demilitarisierten Zone erreicht, was erschreckend verdeutlicht, wie unmittelbar Seoul von einer möglichen nordkoreanischen Invasion bedroht ist.

Die lange Narbe durch Korea

Die Schaffung einer Demilitarisierten Zone (DMZ) war Bestandteil des Waffenstillstandsabkommens, welches im Jahre 1953 den Korea-Krieg beendete. Tatsächlich nicht beendete, sondern nur unterbrach, denn angesichts eines fehlenden Friedensvertrages befinden sich die beiden Koreas noch immer im Krieg. Mehr als nur Theorie, denn laufend sorgen nordkoreanische Provokationen für Unruhe. Im Jahre 2010 starben bei einem Angriff auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong zwei Zivilisten und zwei südkoreanische Soldaten. 2019 hatte ein US-Spezialkommando versucht, eine Abhörstation in Nordkorea zu installieren, was erstens fehlschlug und zweitens zwei nordkoreanischen Zivilisten das Leben kostete. Immer wieder überqueren nordkoreanische Trupps die Demarkationslinie, werden durch Warnschüsse aus dem Süden zur Umkehr bewogen. Zudem kam es wiederholt zu Vorfällen, bei denen nordkoreanische Soldaten desertierten und sich den südkoreanischen Posten ergaben.

Mahnmal für den Koreakrieg in Imjingak.

Die DMZ ist ein knapp vier Kilometer breiter Streifen, der sich über knapp 250 Kilometer von Westsüdwest nach Ostnordost quer über die koreanische Halbinsel zieht, vom Gelben zum Japanischen Meer, wobei Letzteres in Korea als Koreanisches Ostmeer firmiert. Theoretisch soll die Zone von beiden Seiten gemeinschaftlich verwaltet werden. Praktisch funktioniert dies aufgrund der anhaltenden Spannungen nicht, sondern sichert der Süden die südlichen zwei Kilometer und der Norden die nördlichen zwei Kilometer jenseits der Demarkationslinie. Innerhalb der DMZ befindet sich in Panmunjom das Joint Security Area, eine nur knapp einen Quadratkilometer große Zone, die offiziell von der Waffenstillstandskommission verwaltet und für Verhandlungen zwischen beiden Seiten genutzt wird. Hier stehen die berühmten blauen Baracken, an denen sich der derzeitige nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jea-In und ein paar Jahre später mit Donald Trump getroffen hatte.

Naturparadies mit allerhand Skurrilitäten

Im Grundsatz ist die DMZ unbewohnt, weil in ihrer gesamten Breite flächendeckend vermint. Lediglich in der Nähe von Panmunjom gibt es zwei Siedlungen, jeweils eine im Norden und eine im Süden. Im Norden wird das sogenannte Propagandadorf gekrönt vom ehemals höchsten Flaggenmast der Welt. Allein die Flagge soll mehr als 130 Kilo wiegen. Jeden Tag werden aus dem nahen Kaesong Schauspieler herangekarrt, um – wem auch immer – eine sozialistische Idylle vorzuspielen. Bis um 18 Uhr wieder der Bus kommt und sie zurückbringt, wo sie hergekommen waren. Für eine Übernachtung so nahe der Grenze fehlt offenbar das Vertrauen. Im Süden liegt das Freedom Village. Für die Bewohner gelten zwei Voraussetzungen: Erstens müssen sie den Militärdienst vollständig abgeleistet haben und zweitens aus Familien stammen, die schon vor dem Krieg hier gesiedelt hatten. Etwas nördlich des Dorfes hat mittlerweile auch Südkorea einen mächtigen Flaggenmast errichtet. Im Umkreis werden Sojabohnen und Reis angebaut. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Grundschule.

Die Bändchen stehen für die Hoffnung auf Wiedervereinigung.

Auf den übrigen 250 Kilometern der DMZ hat sich mittlerweile ein regelrechtes Naturparadies entwickelt, weil nahezu unbeeinträchtigt von menschlichen Einflüssen. Abgesehen vom Umstand, dass immer mal wieder ein Hirsch oder ein Braunbär auf eine Mine tritt. Das ist dann Pech. Alle anderen Tiere sind zu leicht, um den Mechanismus auszulösen.

Erinnerungsort mit Vergnügungspark

Fast jede Tour in die DMZ beginnt in Imjingak mit all seinen traurigen Mahnmalen und einem ausgreifenden Vergnügungspark direkt daneben. Klingt skurril, doch der Ostasiate ist im Allgemeinen recht pragmatisch. Und natürlich ist es eine gute Idee, dort ein paar Fahrgeschäfte aufzubauen, wo täglich tausende Touristen Station machen. Imjingak liegt noch vor der DMZ, sodass wir uns hier frei bewegen konnten. Unser Guide Diane lotste uns zunächst zum Mahnmal für den Korea-Krieg, wo an die knapp vier Millionen Opfer erinnert wird. Darüber hinaus an die vielen Familien, die durch den Krieg teilweise bis heute getrennt sind.

Von hier fährt schon lange kein Zug mehr ab.

Wie alles begann

Der Koreakrieg war eine unmittelbare Folge des Zweiten Weltkrieges sowie der in dessen Ergebnis aufbrechenden Ost-West-Konfrontation. Die gesamte koreanische Halbinsel war seit 1910 japanische Kolonie, wurde von den Besatzern brutalstmöglich ausgepresst. Nach dem Angriff der Japaner auf die US-Luftwaffenbasis Pearl Harbour auf Hawaii traten die USA in den Krieg ein und befreiten nach und nach das von Japan besetzte Ost- und Südostasien. Mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki war Japan zur bedingungslosen Kapitulation gezwungen und musste sich aus der Mandschurei, Taiwan und Korea zurückziehen. Die Mandschurei ist sogleich von chinesischen Truppen besetzt worden. Taiwan wurde nach dem chinesischen Bürgerkrieg zum Rückzugsort der nationalchinesischen Regierung. In Korea war die Situation weniger eindeutig, weshalb die Halbinsel zum ersten Kampfplatz des Ost-West-Konfliktes mutierte. Sowohl die Sowjetunion als auch die USA trachteten danach, die gesamte Halbinsel der eigenen Einflusssphäre einzuverleiben. Zunächst lautete der Kompromiss, das Land entlang des 38. Breitengrades in einen sozialistischen Norden und einen kapitalistischen Süden zu teilen, ein Übereinkommen, welches einseitig vom Norden gebrochen wurde, als mit Unterstützung der Sowjetunion die Invasion gen Süden erfolgte. Die nordkoreanischen Truppen konnten bis auf einen kleinen Bereich rund um die südöstliche Hafenstadt Busan die gesamte Halbinsel erobern, bevor mit dem Mandat der Vereinten Nationen die USA in den Krieg eintraten. Oberbefehlshaber Douglas Mac Arthur hatte schon im Pazifischen Krieg erfolgreich gegen Japan gekämpft, nun gelang unter seiner Führung die Landung in Incheon nahe Seoul, mit der ein massiver Keil in die nordkoreanischen Truppen getrieben werden konnte. In der Folge wurden diese fast bis an den Grenzfluss Yalu zurückgedrängt, was wiederum die Rotchinesen dazu bewog, an der Seite des Nordens einzugreifen. Die USA sind von dieser Entscheidung überrascht worden und mussten in der Schlacht am Changjin-Stausee eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Nun ging es wieder Richtung Süden, bis die Front nach zwei weiteren Jahren verlustreichen Abnutzungskampfes ziemlich genau dort zum Stehen kam, wo es drei Jahre zuvor begonnen hatten, nämlich rund um den 38. Breitengrad.

Überall Stacheldraht.

Nach dem Waffenstillstand konnte sich der Norden deutlich schneller konsolidieren, war dem Süden bis in die 1970er Jahe wirtschaftlich voraus. Erst mit der Liberalisierung und der anschließenden Demokratisierung des Südens änderte sich dieses Verhältnis. Und zwar so gravierend, dass Südkorea innerhalb von nur zwei Jahrzehnten zu den ökonomischen Schwergewichten aufschloss, während Nordkorea im Elend versank. So sehr, dass in den 1990er Jahren knapp eine Million Menschen verhungerten. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind derart ungleich verteilt, dass im Süden mittlerweile große Skepsis herrscht, ob eine Wiedervereinigung wirtschaftlich zu stemmen sein wird.

Die Verbrechen der Japaner

Seinen Nachbarn begegnet Korea aus verschiedenen Gründen mit Argwohn. Insbesondere Japan ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit regelrecht verhasst. Die Kolonialgeschichte war schlimm genug, darüber hinaus war sie der Ausgangspunkt der bis heute andauernden schmerzhaften Teilung. Gleich in der Nähe des Korea-Kriegs-Mahnmals erinnerte eine Installation an eines der schlimmsten Verbrechen Japans. Zwei Bronzefiguren an einem Gleis. Mit dem nur knapp über die Ohren reichenden Topfhaarschnitt symbolisierten sie Mittelschülerinnen, also Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren, Mädchen, die ihr Zuhause nie wiedersehen sollten.

Die letzte Lokomotive, die es aus dem Norden in den Süden geschafft hat.

In den 1930er und 40er Jahren wurden Hunderttausende junger Mädchen im Alter meiner Tochter verschleppt, um in den Bordellen der Kaiserlichen Armee als Zwangsprostituierte zu dienen und sich dutzendfach täglich vergewaltigen zu lassen. Vollgepumpt mit Chemikalien, die die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten verhindern sollten, hat nur ein Bruchteil von ihnen das Martyrium überlebt. Die meisten stammten aus Korea, doch auch aus China und Südostasien wurden Mädchen verschleppt. Japan hat sich zu diesen Verbrechen bis heute nicht bekannt. Als die Stadt Köln im vergangenen Jahr mit einer Installation daran erinnern wollte, schaltete sich das japanische Außenministerium ein und erreichte durch diplomatischen Druck, dass die entsprechende Skulptur aus dem öffentlichen Raum verschwand und nunmehr eingelagert ist. Es erregt in mir tiefen Ekel, wie Japan mit seiner Geschichte umgeht. Den Hass der Koreaner haben sie sich redlich verdient. Soana all dies halbwegs kindgerecht zu erklären, war eine Herausforderung für sich.

Das Schicksal der getrennten Familien

Die Freiheitsbrücke über den Imjin-Fluss war nur in Resten erhalten. Hier ließen sich die dramatischen Stunden kurz vor dem Waffenstillstand nachvollziehen, als sich die Teilung konsolidierte und tausende verzweifelte Seelen der stalinistischen Diktatur in Richtung Süden entfliehen wollten. Unser Guide Diane erzählte von ihrer Oma, die im Chaos ihren Bruder verloren hatte und dies Zeit ihres Lebens nicht verwinden konnte. Neben der Brücke war die letzte Lokomotive ausgestellt, die es in den Süden geschafft hatte. Das kleine Bäumchen, welches in ihr gedieh, wurde umgepflanzt und symbolisiert nun als Baum der Einheit die Wiedervereinigung. Umsäumt von tausenden bunten Bändern, auf denen dieser Wunsch verewigt ist. Während der Sonnenscheinpolitik der 2000er Jahre gab es ein Programm, über das sich Geschwister nach Jahrzehnten der Trennung nahe der Grenze zumindest einmal wiedersehen konnten. Mit herzzerreißenden Szenen, aber lang vergangen so wie die Sonnenscheinpolitik auch. Zumal immer weniger Menschen aus dieser Zeit noch unter uns weilen.

5.000 Nordkoreanische Won.

Alles in allem sehr traurig und das triste Wetter passte in diese Szenerie. Bevor wir wieder unseren Bus bestiegen, konnte ich in einem Lädchen einen nordkoreanischen 5.000-Won-Schein erstehen. Mit dem Konterfei des Begründers der Diktatorendynastie, Kim Il-Sung. Nach dem eher kränklichen Kim Jong-ll ist Kim Jong-Un nun der dritte in der Reihe. Jenes verfettete kleine Kerlchen mit dem komischen Haarschnitt und der Atombombe. Möge er bald an Bluthochdruck oder Diabetes verrecken. Womöglich bricht in diesem Falle ein Thronfolgestreit aus, denn seine Tochter ist noch jung und vor allem ein Mädchen, was im patriarchalisch geprägten Korea für den einen oder anderen ein Problem sein könnte. Wie dieser kleine Laden immer neu an aktuelle Banknoten aus dem Norden kommt, ist das streng gehütete Geheimnis des Inhabers, sagte mir Diane.

Unmittelbar hinter Imjingak führt eine Brücke über den Imjin-Fluss zum Eingangstor in die DMZ. Dort besteigt ein Soldat den Bus, kontrolliert die Pässe und gleicht die Daten ab. Von nun an würden wir strikt den Anweisungen unserer Guides folgen müssen. Auf der Fahrt durch die DMZ sahen wir nur Ödland, Militärgarnisonen und Stacheldraht. Nahezu durchgängig wurde vor Minen gewarnt. Erster Stopp war der sogenannte dritte Infiltrationstunnel. Im Laufe der Jahrzehnte hatten die Nordkoreaner verschiedentlich versucht, die DMZ zu untergraben. Schließlich reicht der Großraum Seoul bis an die Grenze heran, sollte in den Planspielen des Nordens die Eroberung der feindlichen Hauptstadt den Krieg schnell entscheiden. Die Tunnel wurden bis auf wenige Meter vor deren südlichen Ausgang vorbereitet, um sie im Falle des Falles schnell durchstoßen zu können. Vier wurden bisher entdeckt, die Vermutung liegt nahe, dass einige weitere noch verborgen sind.

Am Eingang zum Infiltrationstunnel.

Nach einer kurzen Video-Vorführung bekamen wir Helme aufgesetzt und machten uns eigenständig auf den Weg. Ein knapp 300 Meter langer abschüssiger Pfad führte hinunter, wo der vom Norden gegrabene Tunnel begann. An einigen Stellen nur 1,40 Meter hoch, sodass wir uns dauerhaft im Kriechgang bewegen mussten. Kurz vor der Demarkationslinie versperrte ein massiver Betonblock den weiteren Weg zum nördlichen Ausgang. Rechts und links waren kleine Löcher zu sehen, in denen das Dynamit platziert wurde, mit dem der Tunnel aus dem Felsen gesprengt wurde. Die Nordkoreaner hatten nach der Entdeckung angegeben, dass man hier nach Kohle gegraben hätte und nur versehentlich auf das Territorium des Südens gelangt war.

K-Pop und Propaganda

Meine Tochter überkommen mitunter klaustrophobische Anwandlungen, sodass ich mir Sorgen machte, ob sie dieses Abenteuer gut durchstehen würde. Es war dann doch kein Problem. Lediglich die 300 Meter Fußweg nach oben wurden für mich zur konditionellen Herausforderung.

Am Parkplatz stand ein hübsches Monument für die Einheit. Von beiden Seiten schoben zwei Familien eine Kugel zusammen, in der reliefartig die Umrisse des Nordens und des Südens eingelassen waren. Das DMZ-Logo daneben ist einer der beliebtesten Foto-Spots. Wir bestiegen den Bus und fuhren nur wenige hundert Meter auf eine Anhöhe mit einer Aussichtsplattform. Leider war auch hier wieder – wie schon im Tunnel – das Fotografieren verboten. Das Wetter war diesig und die Sicht entsprechend schlecht. Zu erkennen waren der südkoreanische Flaggenmast und in der Ferne ein nordkoreanischer Posten. Direkt unter uns hielten US-Soldaten offenbar eine Übung ab. Linkerhand war der Bahnhof zu sehen, von dem während der Sonnenscheinpolitik der 2000er Jahre die Züge in Richtung der nordkoreanischen Sonderwirtschaftszone Kaesong abfuhren. Derzeit ist er verwaist. Nicht weit entfernt stand ein riesiger Lautsprecher, über den laut Dianes Auskunft regelmäßig K-Pop-Songs in den Norden geschallt werden. Bei der Gelegenheit erläuterte ich Soana die Strafe, die einen erwartet, wenn man in Nordkorea beim heimlichen K-Pop-Hören erwischt wird. Arbeit bis in den Tod für den Musikliebhaber selbst und für dessen gesamte Familie.

Denkmal für die Einheit.

Schande über Travis King

Natürlich wollte ich vor allem nach Panmunjom, doch das Joint Security Area mit den berühmten blauen Baracken und dem Verhandlungstisch ist in den Touren nicht mehr enthalten. Schuld daran ist ein gewisser Travis King. Gegen den US-Soldaten wurde in Korea wegen Körperverletzung ermittelt, weshalb er ausgewiesen und der US-Militärgerichtsbarkeit überantwortet werden sollte. Kurz vor dem Abflug in die Heimat hatte er sich allerdings einer DMZ-Tour angeschlossen, wie auch wir sie gebucht hatten. In Panmunjom dann entfernte er sich von der Gruppe, um laut johlend über die sogenannte Brücke ohne Wiederkehr in den Norden zu rennen, wo er festgesetzt wurde. Später sollten die USA seine Auslieferung erreichen und nunmehr sitzt er wohlverdient in irgendeinem US-Knast. Mir und vielen anderen hat er das Panmunjom-Erlebnis bis auf Weiteres verwehrt. Seit 2023 ist das so und wird sich wohl so bald nicht ändern.

Panmunjom

Panmunjom: Blick vom Norden in den Süden. Foto: Martin Cígler

Nur 40 Minuten in eine gänzlich andere Welt

Bei einem kurzen Stopp im Freedom Village erstand Soana einen Matcha Latte und ich irgendeine regionale Sojabohnenspezialität. Nach 40 weiteren Minuten hatte der Bus das Studentenviertel Hongdae erreicht. Zum Abendessen hatte ich mir ein Shabu-Shabu-Restaurant herausgesucht. Hier werden Fleisch und Gemüse direkt am Tisch in einen brodelnden Suppentopf gehalten, um sie anschließend mit allerlei leckeren Saucen zu verzehren. Unsere Gastgeberin war eine unfassbar süße koreanische Omi, die jedes Mal laut aufschrie, wenn wir irgendwas falsch machten, uns anschließend intensiv auf Koreanisch erklärte, wie es richtig geht, was aber leider nicht verstanden wurde.

Mit der grünen Ringmetro fuhren wir zurück nach Myeongdong, wo Soana in den zahllosen Andenkenläden noch irgendwelchen Krimskrams für ihre Freundinnen kaufen durfte. Der Tag hatte mit einem Heulkrampf begonnen, endete aber versöhnlich. Die Tour in die DMZ hatte mich emotional mehr belastet als meine Tochter. Vermutlich konnte sie all die schaurigen Geschichten nicht so recht einordnen, nahm es als Abenteuer, was gut war.

Das Eingangstor zur DMZ.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

In die DMZ können Touristen nicht individuell einreisen. Man muss eine Tour buchen. Der Anbieter gibt es allerhand. Die Reisepässe werden benötigt. Ansonsten gibt es keine besonderen Voraussetzungen.

Das Areal mit den Monumenten und dem Vergnügungspark von Imjingak liegt vor der DMZ, lässt sich daher auch ohne Guide bereisen. Von Hongik University fährt die dunkelgrüne Metro direkt. Die Fahrzeit beträgt eine knappe Stunde.

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