Mit der Kleinen nach Korea
Warum Korea? Bei meiner im Januar 2022 gegründeten Reiseveranstaltung „Ostwärts Reisen“ sollte es anfangs namentlich um den „Wilden Osten“ zwischen Baikal, Mongolei, Altai und Kaukasus gehen. Der russische Überfall auf die freie Ukraine machte mir aber bald einen Strich durch diese Rechnung. Baikal und Altai waren quasi tot und auch die anderen Zielgebiete zumindest marketingtechnisch massiv beeinträchtigt.
Aus purer Verzweiflung nahm ich schnellstmöglich Reisen nach Japan ins Programm, obwohl die alles andere als „wild“ sind. Nach meinem Japanologie-Studium hatte ich mehrere Jahre in Tokyo gelebt, spreche die Sprache und kenne mich aus. Mein Herzensland wird es zwar nie werden, doch für Ostwärts Reisen war es die Rettung. Der dank des schwachen Yen bestehende Reise-Boom dorthin half mir massiv aus der Patsche, sodass Japan umsatztechnisch mittlerweile mein wichtigstes Zielgebiet ist.
Im letzten Sommer vor dem Blackpink-Konzert in Mailand.
Nicht wenige Gäste waren an einer Kombination aus Japan und dem benachbarten Korea interessiert und natürlich möchte ich diesem Bedarf baldmöglichst entsprechen. Um selbst Angebote nach Korea entwerfen zu können, musste ich meine Eindrücke jedoch dringend auffrischen. Bis dato war ich zweimal im Land gewesen, doch das ist lange her. Zu diesem beruflichen Antrieb passte, dass meine zehnjährige Tochter seit zwei Jahren der koreanischen Pop-Industrie huldigt. Jeden Mittwoch tanzt sie in einem Berliner K-Pop-Ensemble und im letzten Sommer waren wir bis ins italienische Mailand gereist, um ein Konzert ihrer Lieblingsband Blackpink zu besuchen. Unter der jungen Generation besitzt Korea mittlerweile einen verheißenden Klang, der sich womöglich nur mit den Amerika-Träumen älterer Kohorten vergleichen lässt. Im September waren acht Songs koreanischer Produktion unter den deutschen Top Ten. Spätestens seit dem Oscar-Gewinner „Parasite“ wird die koreanische Filmindustrie auch im sogenannten Westen – sprich Europa und Nordamerika – wahrgenommen. 2024 hatte Han Kang für ihr Meisterwerk „Die Vegetarierin“ den Nobelpreis für Literatur gewonnen.
Harscher Winter
Korea lag unterm Weihnachtsbaum, denn die Reise war das Hauptgeschenk für meine Tochter Soana. Bar zeitlicher Alternativen hatte ich mir die Winterferien in Berlin herausgesucht. Zwar nur eine Woche, doch mit insgesamt fünf vollen Tagen vor Ort würden wir uns zumindest die Metropolregion Seoul ausreichend erschließen können. Ich sorgte mich allerdings bezüglich der Temperaturen, denn einige gute Freunde hatten vom harten koreanischen Winter erzählt. Trotz der Küstenlage am Gelben Meer kommt das Wetter aus Sibirien und der Mongolei, stehen zwischen dort und der koreanischen Halbinsel keine wesentlichen Gebirge im Weg, ist das Klima alles in allem kontinental. Wir sollten Glück haben. Kurz vor unserem Abflug lag das Thermometer noch bei minus zehn, kletterte im Laufe der Reise aber auf zweistellige Plusgrade.
Soana und ich waren schon im Frühjahr zuvor nach Istanbul gereist.
Ein einziger Albtraum
Ich hatte Turkish Airlines gebucht, weil sowohl die Preise als auch die Flugzeiten passten, zumal Istanbul auf dem Weg liegt, wir also keinen Umweg in Kauf nehmen mussten. In Berlin hatte noch alles funktioniert, kamen wir pünktlich los. In Istanbul erwartete uns eine missliche Überraschung, denn der Weiterflug nach Seoul verschob sich von 2 Uhr in der Nacht auf 6:40 Uhr am Morgen. Soana und ich mussten also die Nacht am neuen Istanbuler Großflughafen verbringen, einem Monster aus Stahl und Beton, welches inklusive dutzender, weitgehend ungeklärter Todesfälle vor gut zehn Jahren nordwestlich der Metropole am Schwarzen Meer errichtet worden war. Vollkommen überheizt, mit nur wenigen Ruheplätzen und grotesk überteuert. Turkish Airlines hatte weder einen Grund für die Verspätung angegeben noch ein Wort der Entschuldigung gefunden. Als wir uns an deren Counter beschwerten, gaben sie uns zwei Gutscheine, die jeweils einen Burger und ein Getränk enthielten. Die schmeckten beschissen, waren aber durchaus was wert, denn erst auf der Rückreise sollte ich bemerken, dass ein einfacher Cheeseburger hier knapp 15 Euro kostet.
Es war so unfassbar trostlos und hässlich. Meine hüstelnde Tochter versuchte verzweifelt, auf einer harten Liege etwas Schlaf zu finden. Um uns herum das Geschnarche und Gebrabbel überwiegend schmieriger Typen aus dem Mittleren Osten und dem Norden Afrikas. Immer mal wieder wurde unser Ruheareal von einem Elektrokarren passiert, dessen Fahrer es vollkommen unproblematisch fand, mit lautem Hupen Passanten aus dem Weg zu scheuchen und regelmäßig meine Tochter aufzuwecken. Über mir die an Hässlichkeit kaum zu unterbietende Dachkonstruktion aus weißen Stahllamellen. Der Vorhof zur Hölle. Ich war nur noch Wut und Verzweiflung, werde natürlich alles versuchen, mich für die erlittenen Qualen von Turkish Airlines entschädigen zu lassen.
Incheon Airport. Foto: Simple Aviation
„Amerika, Amerika, good, good“
Immerhin blieb es bei 6:40 Uhr, wurde also nicht noch schlimmer. Im Flieger nach Seoul schaute sich Soana einen Film an und verbrachte die übrigen acht Stunden schlafend auf meinem Schoß. Ich konnte mich also kaum bewegen, war aber glücklich, dass zumindest die Kleine ein wenig Ruhe fand. Schließlich war sie erkältet und ich machte mir Sorgen, wie sie die Strapazen überstehen würde. Statt 18 Uhr Ortszeit sollten wir erst 22:30 Uhr in Seoul landen. Ich hoffte inständig darauf, dass wir uns mit den Koffern schnell auf den Weg in die Innenstadt machen könnten. Dem war aber nicht so, denn die Schlange an der Einreise kostete uns mehr als anderthalb Stunden. Irgendwann hatten uns ein, zwei Beamte an die mittlerweile vollkommen verwaisten Schalter für die koreanischen Pässe gelotst. Womöglich hatten sie für diese Gunsterweisung ein Lächeln erwartet, doch ich blaffte sie nur an, wie unmöglich es ist, ausländische Gäste gleich bei der Ankunft so zu behandeln. Die Antwort lautete: „Amerika, Amerika, good, good.“ Dass ich ihnen in gebotener Unhöflichkeit meine wahre Herkunft erläuterte, war zwar sinnlos, diente aber dem nervlichen Ausgleich.
Das Gepäckband hatte schon lange aufgehört, sich zu drehen und die nicht-koreanischen Koffer standen fein säuberlich aufgereiht zur Abholung bereit. Es war mittlerweile nach Mitternacht und ich durfte am Informationsschalter erfahren, dass der letzte Flughafenexpress längst abgefahren sei. Die Dame erläuterte mir fröhlich, dass es stattdessen einen Bus gäbe, der schon! in anderthalb Stunden um 1:40 Uhr abfahren würde. Fahrzeit knapp zwei Stunden, sodass wir gegen vier Uhr morgens an unserer Unterkunft sein würden. Das war inakzeptabel, weshalb wir uns ein Taxi nahmen. Soana schlief sofort wieder ein. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Metrostation Myeongdong. Das einzig Positive war der mit knapp 50 Euro durchaus annehmbare Preis für diese lange Fahrt. Wir kauften in einem 24h-Laden ein paar Getränke und machten uns auf den Weg zur Unterkunft. Ich hatte über Booking eine Art Aparthotel gebucht und folgte den Instruktionen unserer Gastgeberin. Fünf Gehminuten durch eine unscheinbare Wohngegend an einer Schule vorbei den Berg hinauf zu einem beigen Gebäude, wo wir erst an der Haustür und dann an der Zimmertür einen Code eingeben mussten, was hervorragend klappte. Soana musste nur noch kurz Zähne putzen und fiel sofort ins Bett. Ich erledigte noch dieses und jenes und folgte ihr bald nach.
Inmitten unseres Myeongdong-Viertels. Foto: 서울연구데이터서비스
Ein neuer und viel besserer Tag
Am nächsten Morgen gab es Vieles zu erledigen, was wir aufgrund der fürchterlichen Hinreise am Abend zuvor nicht mehr geschafft hatten. Ich ließ Soana erst einmal schlafen und nahm den Fahrstuhl aufs Flachdach, wo in einer Art provisorischem Aufbau einige andere Gäste ihr Frühstück einnahmen. Amy, die Gastgeberin, war zwar nicht da, doch immerhin konnte ich bei Tee und Marmeladentoast nützliche Infos sammeln. Dann ging ich raus in Richtung Metrostation, wo sich im unmittelbaren Umkreis gleich mehrere Wechselstuben verteilten. Im Seven Eleven nebenan fand ich eine SIM-Karte, deren Vertragslaufzeit mit fünf Tagen perfekt passte. Schließlich erwarb ich zwei T-Money-Guthabenkarten für den ÖPNV, lud diese mit ein paar tausend Won auf und machte mich auf den Rückweg zur Unterkunft. Nachdem ich mich ausreichend gereinigt und rasiert hatte, musste auch Soana aufstehen und kurz unter die Dusche. Ich konnte sie damit bestechen, dass die gerade erworbene SIM-Karte in ihr Handy und nicht in meins eingeführt wird und sie somit stets online wäre. Es war zwar schon halb zwölf, doch wir konnten oben auf dem Dach noch ein kleines Frühstück einnehmen. Die Sonne schien, wir waren sauber und munter, nebenan fuhr die Seilbahn auf den Namsan, den Hausberg von Seoul. Alles war gut und es konnte endlich losgehen.
Die Convenience Stores seien das Highlight, auf das sie ich am meisten gefreut hatte, so Soana auf Nachfrage. Ich konnte das nicht nachvollziehen, denn diese 24h-Supermärkte für jeden Bedarf gibt es an jeder Ecke in Ostasien, sind alles andere als besonders. Natürlich ist es praktisch, jederzeit seine Bedürfnisse stillen zu können, doch letztlich sind das nur bessere Spätis. Zumal mir die armen Verkäufer leidtun, die ganze Nächte hinterm Tresen verbringen, obwohl stundenlang kein einziger Kunde vorbeikommt. Womöglich muss man die Prioritäten im Kopf einer Zehnjährigen aber auch nicht in Gänze verstehen. Sie war jedenfalls begeistert, zumal die Instant-Nudelsuppe mit der schicken K-Pop-Verpackung gleich vor Ort zubereitet und genossen werden konnte. Genauso wie die abgepackten Eiswürfel, über die ein klebriger Sirup gekippt wurde, wie es irgendeine You Tuberin vorgemacht hatte.
Die große Kathedrale von Myeongdong. Foto: Kimhs5400
Myeongdong und Namdaemun
Auf diese Weise gestärkt, starteten wir unseren ersten Rundgang. Die Kathedrale von Myeongdong ist eine der wichtigsten Kirchen Koreas, das Viertel drumherum wiederum der Hotspot der japanischen Touristen, die angesichts günstiger Flüge und dem insgesamt niedrigen Preisniveau in Korea seit Jahrzehnten zu Hunderttausenden einfallen und die Regale leerkaufen. Tatsächlich hörte man in den Gassen mehr Japanisch als Koreanisch, waren nicht wenige Auslagen ausschließlich in japanischen Lettern beschriftet. Soana war spürbar beeindruckt von der ganzen Wuseligkeit einer ostasiatischen Metropole. Schließlich kannte sie nur Ulaanbaatar, das im Vergleich zu Seoul eher ein Dorf ist.
Wir durchstreiften das Viertel in Richtung Westen und erreichten dahinter den riesigen Namdaemun-Markt, einen der größten seiner Art weltweit mit tausenden Ständen für Klamotten, Elektronik und Weiteres mehr. Jenseits des Marktes lag das namensgebende Nam(Süd)dae(groß)mun(Tor), welches das Stadtgebiet des historischen Seouls nach Süden hin abschließt. Hier kehrten wir ein in ein uriges, kleines Restaurant. Die Sonne schien, es war warm und wir konnten die Strapazen des gestrigen Tages vergessen. Unsere Suppe aus Nudeln, Kimchi, Pilzen und frittiertem Hühnchen war das erste echte koreanische Essen auf der Reise und diesbezüglich ein hervorragender Auftakt.
Namdaemun – das große Südtor.
Auf der Sejon-daero zum Gyeongbokgung
Am Namdaemun beginnt in Richtung Norden die Sejon-daero. Die Prachtstraße der Stadt führt am Deoksugung-Palast, am Rathaus und etlichen renommierten Museen vorbei zum Gwanghamun, dem Eingangstor des wichtigsten Palastes der Stadt. Seoul ist die historische Hauptstadt des gesamten Koreas, weil hier über Jahrhunderte hinweg die Kaiser der Joseon-Dynastie residierten. Und zwar vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zur Kolonisierung durch die Japaner 1910. Der prächtige Gyeongbokgung war der Hauptsitz der koreanischen Kaiser und wurde als solcher gleich zweimal von den Japanern zerstört. Erst kurz nach 1910 und das zweite Mal vor dem Abzug der Kaiserlichen Armee. Die heutigen Gebäude stammen allesamt aus den 1990er Jahren, sind allerdings originalgetreu rekonstruiert und repräsentieren wie keine andere Anlage in Korea das nationale historische Erbe.
Dienstag war zwar Ruhetag, doch immerhin konnten wir einige schöne Fotos von der Palastmauer und der Haupthalle schießen. Im Hintergrund schien das mächtige Bukhansan-Massiv vor stahlblauem Himmel in der Sonne. Wir gingen östlich an den Palastmauern entlang, um auf Höhe des Korea Folk Museums nach rechts ins historische Bukchon Hanok-Viertel zu stoßen. Angesichts der Verheerungen erst im Zweiten Weltkrieg und anschließend im Koreakrieg sind fast nirgendwo historische Bauten erhalten, sodass sich nur hier und an wenigen anderen Orten die historische Wohnarchitektur Koreas nachvollziehen lässt. Dies auf einem sehr hohen Niveau, denn das Viertel war dereinst dem Hofadel vorbehalten. Bauern oder Handwerker lebten nicht ansatzweise so prächtig.
Das mächtige Gwanghamun vor dem Gyeongbokgung-Palast.
Über Insadong auf den Namsan
Von Bukchon Hanok spazierten wir durch die warme Wintersonne in Richtung Süden nach Insadong, einem Quartier, das vor allem für traditionelles Kunsthandwerk und Antiquitäten gerühmt wird. Ich hatte überlegt, hier etwas für mein Freund Fränki zum Geburtstag zu erstehen, doch die Sachen waren zwar teilweise schön, doch nicht wirklich praktisch. Und weil auch Soana nur wenig Interesse hatte, wollten wir den nächsten Punkt auf der Liste abhaken. Bislang waren wir nur zu Fuß unterwegs gewesen, nun nahmen wir zum ersten Mal den Bus.
Der 265 Meter hohe Nam(süd)san(Berg) erhebt sich dem Namen gemäß südlich des historischen Stadtzentrums. Vom Busstopp Namsan Tunnel 3 fährt eine kostenlose öffentliche Zahnradbahn zur Talstation der Seilbahn, die uns hoch zum N Seoul Tower brachte. Den Turm selbst sparten wir uns, denn auch von der Terrasse an dessen Fuß boten sich fantastische Sichten auf die nicht enden wollende Stadtlandschaft. Wir hatten Glück, denn ein traditionelles koreanisches Trommelensemble führte gerade seine Künste auf. Die nachfolgende Martial Arts-Aufführung war weniger interessant. Einzelne Männer, die mit Stöcken, Flaggen, Schwertern, Lanzen und Piken wild brüllend die immer gleichen Bewegungen vollführten…
Blick von der Seilbahn auf den Namsan.
Zum Abendessen nach Hongdae
Vom Gipfel des Namsan liefen wir über Treppen hinunter ins Stadtzentrum, schauten dabei kurz an unserer Unterkunft vorbei und nahmen in weiterer Folge zum ersten Mal die Metro. Zur Orientierung mussten wir auf die koreanische Naver-App ausweichen, denn Google.maps funktioniert in Korea nur sehr eingeschränkt. Aufgrund der besonderen Sicherheitslage hatte die koreanische Regierung um Zugriff auf einen Teil der Navigationsdaten gebeten, doch Google wollte dem nicht nachkommen und taugt daher nur für die Anzeige von Bus- und Bahnverbindungen. Nach einigen Startschwierigkeiten konnte ich mich aber auch in Naver ganz gut hineinfuchsen.
Wir latschten noch einmal durch unser Touri-Viertel, um bei Eujiro-1ga die Ringmetro zu besteigen und ins Studentenviertel Hongdae zu fahren. Das war bislang stets mein Lieblingsort in Seoul gewesen, weil entspannt, jung, lustig und international. Ein wenig das Gegenstück zu Shibuya in Tokyo, nur bedeutend offener. In einem kleinen Laden wollte Soana nach Anhängern für ihr Handy suchen und ich nutzte die Gelegenheit, die Verkäuferin nach einem authentischen Laden für das Korean-BBQ zu suchen. Der Tipp war exzellent. Wir mussten zwar ein wenig laufen, doch besser hätte es nicht sein können. Man setzte sich auf Hocker rund um einen stabilen Holztisch, in den in der Mitte eine Pfanne eingebaut war. Wir bestellten Schweinebauch, der zusammen mit Kimchi und Gemüse direkt am Tisch von unserem Kellner gebraten wurde. Zusammen mit den bereitgestellten Saucen schmeckte alles fantastisch. Die Nudeln mit Kimchi im Nachgang waren genauso gut. Weil etwas abseits vom Trubel in Hongdae gelegen, herrschte hier eine wunderbar nachbarschaftliche Atmosphäre. Die Verständigung war auch kein Problem.
Unser Korean BBQ.
Im Apartment angekommen, durfte sich Soana auf Netflix noch eine koreanische Sportserie anschauen. Bei Physical Asia konkurrieren Teams aus acht verschiedenen austro-asiatischen Ländern in allerlei Spielen um den Hauptpreis in Höhe von einer Milliarde Won (knapp 500.000 Euro). Auch ich machte es mir vor dem Fernseher gemütlich. Mit einer Flasche Wein aus dem Convenience Store. Die Anreise war schlimm gewesen, der erste Tag in Seoul dafür umso besser.
Noch ein paar Tipps zum Schluss
Von Berlin aus gibt es keine direkten Flüge nach Seoul, dafür jedoch von Frankfurt und von München. Allerdings dürfen weder Lufthansa noch Korean Air Russland überfliegen, sodass sich die Flugstrecke deutlich verlängert. Eine Alternative ist Air China oder die mongolische MIAT mit Umsteigeverbindungen über Peking respektive Ulaanbaatar.
Für die Einreise nach Korea musste man sich früher vorab im System KETA registrieren. Diese Obligation ist bis Ende 2026 für deutsche Staatsbürger ausgesetzt. Es lohnt sich aber dennoch, weil leicht in der Benutzerführung und fast kostenfrei. Der Vorteil ist, dass man sich mit KETA das lästige Ausfüllen der Zettel am Flughafen spart.
Der internationale Flughafen von Seoul liegt auf einer Insel im Gelben Meer. Er gehört zum Stadtgebiet von Incheon, der mit knapp drei Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt des Landes, gleichzeitig auch der mit Abstand wichtigste Hafen. Vom Flughafen verkehrt die Airport Railroad nach Seoul. Der Express fährt in einer knappen Dreiviertelstunde ohne Stopp durch zum Hauptbahnhof. Wenn die Unterkunft allerdings westlich des Hauptbahnhofs, etwa in Hongdae, liegen sollte, empfiehlt sich der normale Zug, der nicht viel langsamer und etwas günstiger ist. Ab 23 Uhr gibt es nur noch sporadische Busverbindungen vom Flughafen ins Zentrum, doch Taxis sind nicht teuer, kosten für die Strecke vom Airport in die Innenstadt von Seoul etwa 50 Euro.
Direkt am Eingang zur Airport Railroad kann man sich die T-Money-Karte holen und dort ein Guthaben auffüllen. Grundsätzlich ist der ÖPNV in Korea äußerst günstig. Die T-Money-Karte wird an den Bezahlschranken vor den Stationen präsentiert. Und zwar beim Hineingehen und noch einmal beim Hinausgehen.
SIM-Karten sind in fast allen Convenience Stores erhältlich, wobei Seven Eleven die größte Bandbreite an Vertragslaufzeiten bietet.
Wechselstuben finden sich an den touristisch belebten Orten, etwa in Myeongdong, Hongdae oder Itaewon, an nahezu jeder Straßenecke.
Wechselstube in Myeongdong.



















