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Ostwärts Reisen

Donaudelta – besser konnte es nicht sein

Wieder eine sommerliche Hilfsfahrt in die Ukraine. Zum einen wollte ich Pakete für die Jungs und Mädels an der Front bringen, zum anderen aber auch die schönsten touristischen Ziele in der Nordwest- und Südwestukraine erschließen. Sehr bald werden nämlich hier auf der Webseite von Ostwärts Reisen Touren in die Ukraine zu buchen sein, wobei ich den festen Grundsatz verfolge, dass alles, was ich anbiete aus eigenem Anschein geprüft und für gut befunden wurde. Zunächst brachte mich mein Skoda über Lemberg in die Karpaten, danach in das herrliche Hügelland Podoliens, weiter in die Steppen des Südens und schließlich ins wunderbare Odesa. Nun ging es langsam auf den Rückweg, wobei ich aber zunächst das ukrainische Bessarabien und das Donaudelta erkunden wollte.

Historische und politische Kuriositäten

Bessarabien ist als historische Region eingerahmt von der podolischen Platte im Norden, der Dnister im Osten, dem Pruth im Westen und der Küste des Schwarzen Meeres im Süden. Über viele Jahrhunderte ein rumänisches Fürstentum und dann ständiger Zankapfel zwischen den Osmanen und den Russen. Im Hin und Her der militärischen Auseinandersetzungen und politischen Ränkespiele des 19. Jahrhunderts wurden der südliche und der nördliche Teil des Territoriums Russland zugesprochen, während der deutlich größere Rest dem Königreich Rumänien zufiel.

Der Mündungstrichter der Dnister ist knapp zwölf Kilometer breit.

Wenn über den Hitler-Stalin-Pakt und dessen Zusatzprotokoll gesprochen wird, geht es zumeist um Polen und das Baltikum, doch auch Bessarabien war Gegenstand dieser Einigung, sodass Stalin 1940 ganz Bessarabien für die Sowjetunion besetzte. Weil aber der südliche und der nördliche Teil bereits in die Ukrainische Sowjetrepublik integriert waren, bestanden diese Grenzen fort und erhielten mit der Unabhängigkeit von Moldau und der Ukraine völkerrechtliche Geltung. Heute ist das ukrainische Bessarabien ethnisch vielfältig besiedelt, leben dort etwa zu gleichen Anteilen Ukrainer, Rumänen und Bulgaren, darüber hinaus noch einige Russen sowie kleinere Gruppen von Gagausen, Roma und Belarussen.

Der Lauf der Geschichte hat in Bessarabien einige kuriose Grenzen hinterlassen. So etwa reicht der südöstlichste Zipfel der Republik Moldau über knapp 500 Meter ans nördliche Ufer des Dnister-Mündungstrichters (im Ukrainischen als Dnister-Liman bezeichnet) heran. 50 Kilometer weiter südöstlich, dort, wo der im Schnitt knapp zwölf Kilometer breite Trichter ins Schwarze Meer übergeht, haben sich zwei Nehrungen gebildet, die so weit aneinander heranreichen, dass die Dnistermündung mit einer kombinierten Eisenbahn- und Autotrasse überbrückt werden konnte. Klar, dass diese strategisch enorm wichtige Dnister-Passage sofort ins Fadenkreuz der Russen geriet und tatsächlich war es den Bestien gelungen, die Verbindung zu zerstören. Wenn man also nun von Odesa ins ukrainische Bessarabien möchte, muss man notwendigerweise um den Dnister-Liman herumfahren und dabei das oben erwähnte 500 Meter lange moldauische Territorium durchqueren. Weil ich ein Faible für derartige politisch-territoriale Kuriositäten habe, war ich höchst gespannt, wie das in Kriegszeiten organisiert werden würde. Gleichzeitig hatte ich große Sorge, dort in einen endlosen Stau zu geraten.

Das ist genau die Passage am moldauischen Grenzort Palanca.

Dank an die Republik Moldau

Eine knappe Autostunde nach dem Start an meinem Apartment in Odesa war ich vor Ort. Ein ukrainischer Kontrollposten wies mich an, zu stoppen, Pass und Papiere vorzuzeigen und den Kofferraum zu öffnen. Dann wurde ich durchgelassen mit der Maßgabe, die Passage möglichst schnell und ohne Halt zu durchfahren. Ziemlich genau in der Mitte zweigte nach rechts eine Straße ab, an der unmittelbar die moldauisch-ukrainische Grenzabfertigung folgte. Ich fuhr jedoch geradeaus und erreichte nach nur einer Minute den jenseitigen Kontrollposten, der mich grußlos wieder auf ukrainisches Territorium durchwinkte. Die Lösung für das eingangs geschilderte logistische Problem auf dem Weg zwischen Odesa und dem ukrainischen Bessarabien hatte also schlicht darin bestanden, dass die Moldauer den Ukrainern dieses kleine Stückchen Land überlassen hatten. Danke dafür.

Während der Passage konnte ich einige Blicke auf das moldauische Grenzdorf Palanca erhaschen. Hier verläuft einer der wichtigsten Übergänge zwischen Rumänien und Moldau und auch meine Touren werden hier entlangkommen. Schließlich liegt der internationale Flughafen Chisinau nur zweieinhalb Autostunden von Odesa entfernt, fliegt die moldauische Billigairline FlyOne mittlerweile aus einem halben Dutzend deutscher Städte dorthin, hat sich Chisinau zum wichtigsten Hub für den Süden der freien Ukraine entwickelt.

Die Akkerman-Festung in Bilhorod-Dnistrovsky thront hoch über dem Dnister-Liman.

Eine mächtige Festung über dem Dnister-Liman

Ziel des Tages war das Dörfchen Wylkove im ukrainischen Teil des Donau-Deltas. Auf dem Weg dorthin wollte ich an der Akkerman-Festung in Bilhorod-Dnistrovsky Halt machen. Ich war mal wieder der erste Besucher an diesem sonnigen Freitagmorgen. Überall wurden noch Stände und Pavillons aufgebaut, was darauf hinwies, dass im weiteren Verlauf des Tages wohl doch noch Gäste erwartet würden. Die Anlage bestach zunächst durch ihre hervorragende Lage hoch über dem Dnister-Liman und die fantastischen Blicke über das Wasser, wusste aber auch mit der Massivität der Wehrbauten zu beeindrucken. Erstmals hatten die Genueser hier eine Festung errichtet, die deren Handelsaktivitäten am Schwarzen Meer absichern sollte. In den folgenden Jahrhunderten fiel die Festung zunächst an Polen-Litauen, dann an das Fürstentum Moldau, später für lange Zeit an die Türken und im 19. Jahrhundert an die Russen.

Unterhalb der Burg ragte eine kleine Halbinsel in den Dnister-Mündungstrichter, von der ich mal wieder heimlich Fotos machen wollte. Die von den Russen zerstörte Brücke war leider nicht zu sehen. Immerhin wurde hier ein ausgesprochenes ansprechendes Lokal betrieben. Für einen Kaffee war es jedoch zu früh, denn sie öffneten erst um zehn Uhr.

Der Kilija ist der nördliche der drei großen Mündungsarme der Donau und bildet hier bei Wylkove die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien.

Ein Traum an der Donau

Ich hatte mich an diesem Tag auch deshalb so früh auf den Weg gemacht, weil ich möglichst viel Zeit für das Donaudelta haben wollte, auf das ich mich seit Tagen wie irre gefreut hatte. Das kleine Städtchen Wylkove liegt am nördlichen der drei mächtigen Mündungsarme ins Schwarze Meer. Über Booking hatte ich dort nichts gefunden, doch auf Google konnte ich ein kleines Gasthaus ausmachen, welches ich von Odesa aus einfach mal angerufen hatte. Sie wussten nicht genau, ob sie mich unterbringen könnten, doch ich solle einfach mal vorbeikommen, dann würde sich schon was finden. Ich stimmte dem Vorschlag gerne zu, hatte aber überhaupt keine Ahnung, wie frei man sich vor Ort bewegen können würde. Schließlich war Krieg und ist der ukrainische Donauzugang von eminenter Bedeutung.

Von der Akkerman-Festung waren es noch einmal knapp zwei Autostunden bis Wylkove. Etwa 20 Kilometer vor der Stadt war ein Kontrollposten eingerichtet, der mich intensiv zu meinen Plänen und Absichten befragte, mich am Ende aber doch durchließ. Nachdem ich im örtlichen Supermarkt meine Vorräte aufgestockt hatte, kam ich über Betonplatten und Sandpisten an meine Unterkunft. Tanja, eine recht resolute Dame Mitte Dreißig, hatte mich schon erwartet und zeigte mir mein Zimmer. Einfach, aber urgemütlich. In einer knappen Viertelstunde würde Iwan, der Besitzer, vorbeikommen und dann könnten wir schwatzen.

Das Städtchen Wylkove ist von etlichen Kanälen durchzogen.

Ich nutzte die Zeit, um mir das Gelände anzuschauen. Überall wurden kleinere Flussläufe von lose zusammengezimmerten Holzkonstruktionen überspannt. Dazwischen kleinere Bungalows und Pavillons zum Ausruhen. Eine fantastische Stimmung, wie im Spreewald. Aber dann ging ich bis ganz nach hinten raus, öffnete ein Tor im Zaun, trat auf einen Steg und stand plötzlich an der Donau bzw. einem ihrer drei großen Mündungsarme. Ein wahrlich erhebendes Gefühl. Der Kilija-Arm war hier dreimal so breit, wie die Donau in Wien. Ein Traum wurde wahr.

Als ich zurückkam, saß Iwan schon an einem Holztisch. Mir wurde Tee gereicht und wir begannen zu quatschen. Über eine mögliche Kooperation in der Zukunft und die Lage im Allgemeinen. Er erzählte mir, dass vor Pandemie und Krieg die ganze Welt hier zusammengekommen sei. Nun versuchten sie mit dem inländischen Tourismus so gut es geht zu überleben. Mehr als die Hälfte der Tourbasen, Weinkellereien, Gasthäuser, Restaurants, Tourenanbieter etc. hätte schließen müssen, wobei sich aber noch immer eine gewisse Infrastruktur erhalten habe, man hier durchaus noch was anstellen könne. Im kommenden Jahr solle gar eine Straße fertigwerden, die stetig am nördliche Kilija-Donau-Arm ins 60 Kilometer westlich gelegene Regionalzentrum Izmail führt.

Ein alter Fischtrawler am ukrainischen Ufer.

Bootsfahrt im Delta

Natürlich fragte ich nach Exkursionen im Donaudelta und was diesbezüglich für mich möglich sei. Die Antwort lautete, dass gleich jemand vorbeikäme, der mich in einer knapp dreistündigen Tour so weit bringen würde, wie es eben erlaubt sei. Bis ganz vor zum Donaukilometer Null direkt am Schwarzen Meer würde ich nicht kommen, denn dieser Bereich sei gesperrt. In Friedenszeiten hätte man von dort bei gutem Wetter die Schlangeninsel sehen können. Das kleine Eiland hatte in den ersten Tagen des Krieges weltweite Berühmtheit erlangt, als die dort stationierte zweiköpfige Garnison die Kapitulationsaufforderung der russischen Marine mit den Worten „Русский военный корабль, иди на хуй“ (Russisches Kriegsschiff, fahr zur Hölle!) quittierte. Mittlerweile wird dieses Thema auf T-Shirts, Plakaten, in Liedern und sonstnochwie propagandistisch verarbeitet, ist zum Leitspruch des ukrainischen Widerstands gereift.

Die Geschichte endet auch sehr schön, was in diesen Zeiten leider nicht immer gegeben ist. Die Schlangeninsel wurde zunächst okkupiert und die beiden Soldaten festgesetzt. Roman Hrybov, der Urheber des Satzes, und sein Kollege kamen aber schon nach wenigen Monaten in einem Gefangenenaustausch frei und konnten in die Heimat zurückkehren. Ende Juni 2022 mussten die Russen die Schlangeninsel wieder räumen. Die Moskva – also jenes Kriegsschiff, das zur Hölle fahren sollte –, war der mächtigste Kreuzer der russischen Marine. Ich wähle die Vergangenheitsform, weil er zwei Monate nach der Besetzung der Schlangeninsel erfolgreich versenkt werden konnte.

Briefmarke der ukrainischen Post.

Mein Bootskapitän hieß Igor, ein älterer Herr, dem man sein abenteuerliches Leben am Gesicht ablesen konnte. Die kurze Fahrt auf dem mächtigen Kilija-Donau-Arm musste bei der Grenzpolizei angemeldet werden, was glücklicherweise positiv beschieden wurde und mir einige der schönsten Blicke auf der Reise einbrachte. Abseits der militärischen Anlagen traute ich mir sogar das eine oder andere Foto. Igor war das egal, denn er nahm es selbst nicht so genau mit den Vorgaben und Regeln. Zumindest war dies die Quintessenz der vielen Geschichten, die er mir aus seinem Leben erzählte. Wir kurvten durch die hunderten Kanäle rund um Wylkove, sahen Kraniche, Lotusblüten, Reiher und Kormorane. Um uns herum platschten ein paar Halbwüchsige ins Wasser. Bei einem kurzen Stopp spazierte ich an einer Industrieruine vorbei über staubige Straßen zu zwei hübsch gemachten Kirchen. Dass wir nicht bis ans Schwarze Meer durften, war schade, aber im Rahmen des Möglichen hätte es nicht besser sein können.

Strandvergnügen hinter Panzersperren.

Strandleben mitten im Krieg

Als wir zurückkamen, hatte mir Tanja schon eine Mahlzeit aus frischem Fisch aus der Donau, Gemüse und einer schmackhaften Suppe serviert. Unter mir warteten drei Kätzchen begierig auf die Reste. Zudem erzählte mir Tanja, dass man nicht weit von Wylkove entfernt, doch noch ans Schwarze Meer herankäme, es dort sogar eine regelrechte Beach gäbe. Das Programm für den späteren Nachmittag hatte sich damit von selbst geschrieben. Ich würde mir den Skoda schnappen, in den etwa 20 Kilometer entfernten Nachbarort Primorsky fahren und dort ins Meer springen.

Es erwartete mich ein feinsandiger, fast schon weißer Strand. Zudem mit einem herrlichen Blick auf die von der Donau gebildete Halbinsel, wie sie sich immer weiter ins Schwarze Meer gräbt. Die lange Reihe der Panzersperren hinter mir erinnerte mich daran, dass das Land im Krieg ist, doch das Rauschen der Wellen, die brennende Sonne und die quiekenden Kinderstimmen rundherum ließen mich diesen Umstand fast vergessen. Zurück in der Unterkunft, sprang ich noch einmal in die Donau. Der Grenzschützer nebenan guckte zwar ein wenig komisch, hatte dann aber doch nichts dagegen. Neben dem Steg war ein kleiner Rastplatz eingerichtet. Hier blieb ich bis Sonnenuntergang, telefonierte mit Freunden und war richtig glücklich. Das hier würde noch vor den Karpaten, Kyjiv, Odesa oder Lemberg das Highlight meiner Ukraine-Touren werden.

Eine von vielen hübschen Kirchen in Izmail.

Heimliche Fotos

Am nächsten Morgen machte ich mich wieder früh auf den Weg. Zunächst sollte es ins Regionalzentrum Izmail gehen und dann wollte ich mich am südwestlichsten Zipfel der Ukraine von diesem heldenhaften Land verabschieden, rüberfahren nach Moldau und mir dort die Hauptstadt Chisinau erschließen. Ich hätte es schön gefunden, wenn die gestern von Iwan erwähnte direkte Verbindung nach Izmail schon fertig gewesen wäre. So musste ich einen großen Umweg über die aus Odesa kommende Schnellstraße nehmen, kam aber gut voran und wurde durch liebliche Landschaften ringsherum entschädigt.

Izmail ist als wichtigster Binnenhafen der Ukraine regelmäßig Ziel russischer Attacken und ich wusste, dass ich hier besonders vorsichtig beim Anfertigen von Fotos sein musste. Da die Stadt aber als Zwischenstopp zwischen Chisinau und Odesa auf meinem Tourplan lag, wollte ich sie zumindest oberflächlich erkunden. Ein breiter Boulevard mit repräsentativen Bauten rechts und links führte auf den Hafen zu. Kurz davor war ein im Sowjet-Chic gehaltenes Monument der Rückeroberung Bessarabiens von den Nazis gewidmet, genauer der Marine, denn zu sehen ist ein stilisiertes Kriegsschiff.

Am Donaustrand von Izmail.

In einem Hotel, in dem ich kurz nach möglichen Preisnachlässen für Tourenanbieter nachgefragt hatte, sagte man mir, dass ich unbedingt noch die Reste der alten Festung anschauen solle. Die lag im Westen der Stadt direkt am Donauufer. Eigentlich war nur der äußere Festungsring zu sehen und erkennbar auch nur eine Replik. Daneben war aber in einer alten Moschee ein kleines Museum eingerichtet, welches sich dem Sturm auf die osmanische Festung Izmail durch die Russen im Jahre 1790 widmete.

Noch spannender war aber der Stadtstrand nebenan, wo sich die lokale Bevölkerung an diesem Freitagmorgen beim Bad im nördlichen Donau-Arm vergnügte und ich verschämt einige Fotos schoss. Hier erlebte ich zum ersten Mal die tägliche Schweigeminute, die ich bislang immer nur im Autoradio gehört hatte. Jeden Morgen Punkt neun Uhr unterbrechen die Sender ihr Programm, eine Uhr tickt 60 Sekunden herunter und danach wird die ukrainische Nationalhymne gespielt. Hier am Ufer der Donau standen nicht alle stramm, doch der Großteil nahm erkennbar Anteil.

Blick auf den Yalpuh, den größten natürlichen See der Ukraine.

Endlich die volle Donau

Nur wenige Kilometer hinter Izmail führt die Straße per Damm und Brücke mitten durch den Yalpuh, den größten natürlichen See der Ukraine. Wieder auf der Jagd nach dem besten Foto bremste ich abrupt ab, als ich kurz vor der Brücke einen möglichen Parkplatz zu erkennen glaubte. So stark, dass meine Radtasche vom Beifahrersitz in den Fußraum kippte. Und zwar kopfüber, sodass alles herausfiel inklusive meines Computers und einer geöffneten Packung Waschpulvers. Der Laptop hatte es überstanden. Das hatte ich zuerst geprüft. Über das weiße Pulver würden sie später an der Grenze hoffentlich hinwegsehen.

Hinter dem Örtchen Orliwka erreichte die Straße wieder den Lauf der Donau. Genau dort, wo sie das tat, zweigte nach links ein Plattenweg zum Fährhafen ab, wo immer im Wechsel ein rumänisches und ein ukrainisches Schiff auf die jeweils andere Seite verkehrt. Ich hatte endlich die eigentliche Donau erreicht, also, bevor sie sich in ihre drei großen und hunderten kleinen Arme aufgliedert. Das wollte ich unbedingt fotografieren, doch hier am Fährhafen war definitiv keine Gelegenheit und dahinter war das Ufer so stark militärisch gesichert wie eine Woche zuvor noch die junge Theiß.

Die Donau am Hafen von Reni im südwestlichsten Zipfel der Ukraine.

Als ich im Grenzort Reni ankam, hatte ich es fast schon aufgegeben. Nachdem ich meine letzten Griwna vertankt hatte, wagte ich einen letzten Versuch. Eine Bahnlinie stand zwischen mir und der Donau, doch in der Ferne erkannte ich, dass ein paar Autos jenseits davon parkten. Es musste also einen Weg geben. Ich fand die Örtlichkeit sofort. Nur hundert Meter weiter, dann nach links über den Bahndamm und das Auto abstellen. Eine Treppe führte nach unten an einen Donaustrand, wo eine Familie offensichtlich gerade Kindergeburtstag feierte. Ich grüßte freundlich, tat für das auf der Donau patrouillierende Grenzschutzboot so, als ob ich dazugehörte und zückte mein Handy.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Nur knapp 20 Prozent des Donaudeltas gehören zur Ukraine. Der weitaus größere Teil liegt in Rumänien. Der ukrainische Teil hat den Vorteil, dass man mit dem Auto deutlich näher an den Donaukilometer Null herankommt. In Rumänien ist man schon ab Tulcea, etwa 100 Kilometer landeinwärts, auf Fähren angewiesen. Die bekannteste Route führt auf dem mittleren Sulina-Arm bis ins gleichnamige Dorf an der Donau-Mündung, wo sich nicht zuletzt auch lange Sandstrände ausbreiten. Die Fähre stoppt an mehreren Dörfern auf dem Weg, sodass man sich auch etappenweise vorarbeiten kann.

Wein wird in der Ukraine im Allgemeinen nicht sehr viel getrunken. Ganz anders in Bessarabien mit seiner ausgeprägten Weinkultur. Besonders empfehlen möchte ich die Kellerei „Kolonist“, gelegen im Dorf Krynytschne südlich von Bolhrad am Yalpuh-See.

Die Brücke über den Dnister-Liman wird derzeit repariert. Ab Sommer 2026 soll es wieder möglich sein, hierüber direkt von Bessarabien nach Odesa zu fahren. Allerdings nur mit dem Auto, die Schienenverbindung bleibt bis auf Weiteres unterbrochen.

Nächstgelegener Flughafen ist Chisinau. Die moldauische Airline FlyOne fliegt aus mehreren deutschen Städten direkt dorthin. Von Chisinau Airport verkehren Linienbusse nicht nur nach Odesa, sondern auch nach Izmail.

Vom Hafen Tulcea aus verkehren die Fähren nach Sulina an den Donaukilometer Null.

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