Von Berlin in die ukrainischen Waldkarpaten
Seit Beginn des Krieges war ich etliche Male in die Ukraine gefahren, um Leute und Sachen hin und her zu bringen. Zumeist im Sommer, wenn Frau und Tochter zum Familienurlaub in der Mongolei weilten. Auch 2025 sollte das wieder so sein, wobei die Vorzeichen dieses Mal etwas anders waren als in den Jahren zuvor.
War es bislang stets um die reine Hilfe gegangen, wollte ich die Fahrt nun mit Recherchen für meine Reiseveranstaltung verbinden. Schließlich will ich nach Japan, Kaukasus und der Mongolei baldmöglichst auch Reisen in die Ukraine anbieten. In den Wochen zuvor hatte ich mit Freunden, Bekannten und potenziellen Partnern in und aus der Ukraine am Zuschnitt der Angebote gefeilt. Alles war so weit vorbereitet, dass ich die Touren auf meiner Webseite nur noch freischalten muss. Allerdings mit dem kleinen Haken, dass ich mehr als die Hälfte der Ziele in der Ukraine noch nicht aus eigenem Anschein kannte.
Wie fast immer ging es zuerst nach Lemberg.
Das musste sich ändern, sodass auch der geographische Zuschnitt der diesjährigen Tour ein völlig anderer war. Bislang hatte ich mich immer auf der Achse Berlin-Lemberg-Kyjiv bewegt. Mal über Warschau, mal über Krakau, mal über die Slowakei, mal mit einem Abstecher in die Karpaten oder nach Wolhynien, mal mit ein zwei Touren rund um Kyjiv, aber im Grunde weitgehend das Gleiche, sodass ich insbesondere Lemberg, Kyjiv und das Land zwischendrin kenne, wie die sprichwörtliche Westentasche.
Dieses Mal sollten neue Ziele erschlossen werden. Von den Karpaten wollte ich mich in die Hügel Podoliens vorarbeiten, weiter in die Steppen der Südukraine reisen, um schließlich in Odesa und dem bessarabischen Donaudelta zu enden. Hin über Lemberg und zurück über die moldauische Hauptstadt Chisinau, wo all meine zukünftigen Ukraine-Touren beginnen und enden werden, weil sich hier der der Ukraine nächstgelegene internationale Flughafen befindet und die moldauische Airline FlyOne gute Verbindungen aus allen Teilen Deutschlands bietet.
Dass die mongolische Familie dieses Mal nach Berlin gekommen war und nicht umgekehrt, ist nur eine Randnotiz, denn bei deren kleiner Europareise von Frankfurt Flughafen über den Böhmerwald nach Prag und weiter an die polnische Ostsee hätte ich mit meiner morgendlichen Bettflucht, dem mir eigenen touristischen Aktivismus und den sprachlichen Defiziten im Mongolischen nur gestört.
Vor dem Blackpink-Konzert in Mailand.
Blackpink in Mailand, ein Tag Pause und die große Fahrt beginnt
Ich war gerade aus Mailand zurückgekehrt. Drei sonnige Tage, die von einem bombastischen Finale aus Licht, Tanz, dumpfen Bässen und dem Gekreische zehntausender junger Mädchenstimmen gekrönt wurde. Die koreanische Pop-Band „Blackpink“ war da und die Reise zu deren Konzert hatte meiner neunjährigen Tochter durchaus ein gewisses Lächeln ins Gesicht zaubern können. Allerdings hatte uns Ryanair am Tag darauf nur mit erheblicher Verspätung zurückgebracht, sodass wir erst kurz vor Einsetzen des Nachtflugverbotes am BER eintrafen.
Während Tochter und Frau sich schon am frühen Morgen nach Frankfurt verabschiedeten, um am dortigen Flughafen die mongolische Familie zu begrüßen, traf ich die letzten Reisevorbereitungen. Am Nachmittag hatte ich mich mit Chris von BerlinToBorders verabredet, um das Auto vollzuladen. Er hatte auf der Havelinsel Eiswerder im Berliner Bezirk Spandau ein Lager für Hilfsgüter aller Art gemietet. Mein Skoda wurde bis unters Dach vollgestopft mit Sachen, gedacht für die Jungs und Mädels an der Front. Nachdem ich auch zuhause alles geputzt und geregelt hatte, konnte es am nächsten Morgen losgehen. Den Wecker hatte ich auf sechs Uhr gestellt.
Polnisch-ukrainische Grenze bei Korczowa/Krakowiec.
In einem Rutsch durch bis Lemberg
Steht man früh auf, macht kaum Pausen, drückt ordentlich aufs Gas, kommt gut durch und hat Glück an der Grenze, kann man es bis zum frühen Abend von Berlin nach Lemberg schaffen. Die ersten drei Punkte lagen in meiner Macht, bei den letzten beiden musste ich auf gute Fügung hoffen. Kurz vor Breslau, dort wo die neue Autobahn von der Grenze bei Forst ins polnische Liegnitz auf die aus Dresden kommende A4 trifft, kam ich in den ersten längeren Stau. In Krakau ist es fast immer schlimm, zumal dieses Jahr vor und hinter der Stadt intensiv gebaut wurde. Ich war im Stress und hatte fast einen Unfall mit einem drängelnden Sportwagen, dessen Fahrer mich auf Polnisch anblökte, wobei er es war, der mir fast hinten reingefahren ist. Ich gab auf Englisch zurück, was ich im Allgemeinen von Leuten seines Zuschnitts hielt, aber ich glaube, das hat er nicht verstanden.
Bis zur ukrainischen Grenze ging es wieder recht gut. Ich hatte gehofft, die Abfertigungen schnell zu überwinden, doch die lange Schlange deutete auf einen anderen Ausgang hin. Am Ende waren es „nur“ anderthalb Stunden. Den Polen ist es im Grunde egal, was man aus der EU rausschafft, doch der ukrainische Zoll befasste sich wie immer intensiv mit meiner Ladung. Am Ende half nur der Anruf bei meiner ukrainischen Kontaktperson, um die letzten Bedenken aus dem Weg zu räumen.
Die Oper von Lemberg.
Dann wie immer: Tanken, Geld wechseln, ukrainische SIM-Card kaufen und weiter ins etwas mehr als eine Autostunde entfernte Lemberg. Mein Apartment lag etwas abseits der Innenstadt, was egal war, denn es war schon 21 Uhr, als ich dort aufschlug. Das Aparthotel hatte mir die Zugangsdaten für ein Zimmer gegeben, das offenkundig schon besetzt war, doch nach einigem Hin und Her am Telefon bekam ich ein anderes und dafür deutlich schöneres zugesprochen. Unten aß ich in einer Pizzeria zu Abend. Musik, Gelächter und Samstagabendstimmung. Der Krieg war und ist in Lemberg stets weit weg. Zu meiner Erleichterung hatten die Ukrainer trotz der anhaltenden russischen Angriffe die Energieinfrastruktur offenkundig so gut flicken können, dass das Dröhnen der Generatoren verstummt war. Es hatte mich im vergangenen Jahr stets begleitet, war aber dieses Mal kein einziges Mal zu hören war. So viel sei vorweggenommen.
Auf in die Karpaten
Nachdem das Dröhnen der Generatoren verstummt war, konnte ich auf meinen ersten Kilometern in der Ukraine einige weitere Verbesserungen erkennen. So waren im Radio plötzlich etliche ukrainische Sender zu hören. Mit einer schönen Mischung aus dem aktuellen Pop und ukrainischer Folkmusik. Und die Infrastruktur hatte sich deutlich erholt. Es mangelte weder an Tankstellen noch an Läden und Restaurants an der Strecke. Und auch die Militärposten mit ihren ständigen Kontrollen waren hier im Westen des Landes deutlich weniger anzutreffen als in den Jahren zuvor. Schön, dass zumindest in dieser Hinsicht etwas Normalität eingekehrt war.
Schönes Gasthaus kurz vor Synevyr.
Ziel meines ersten vollen Tages in der Ukraine waren die Karpaten. Ich hatte bewusst nichts vorgebucht, weil ich versuchen wollte, mich so weit wie möglich vorzuarbeiten, um mir am Abend irgendwas zur Übernachtung zu suchen. Beim Dorf Roswadiv überquerte ich den Lauf der jungen Dnister, was mich daran erinnerte, was ich mir für die Reise vorgenommen hatte. Schließlich bildet der Fluss im späteren Verlauf die Grenze zwischen der Ukraine und Moldau, um nach der Moskau-hörigen selbsternannten Republik Transnistrien in einem riesigen Mündungstrichter unweit von Odesa ins Schwarze Meer zu münden.
Hinter der Dnister stieg das Land langsam an. Den Beginn der Karpaten markiert das kleine Städtchen Drohobytsch mit seinen vielen Holzkirchen. Je höher man kam, desto touristischer wurde es. Und es war ja auch Sonntag, sodass offenkundig viele Ausflügler unterwegs waren. Mich beeindruckten die vielen hübschen Dörfchen mit ihren gepflegten Holzhäusern in bunten Farben und verziert mit traditionellen Ornamenten. Das schien mir hier keine arme Region zu sein und tatsächlich sind die Karpaten das beliebteste Urlaubsziel der Ukraine.
Der herrliche Synevyr-Bergsee.
Ein herrlicher Bergsee und wieder hinunter an die Theiß
Der Synevyr-Nationalpark ist eines der beiden touristischen Kernzentren in den ukrainischen Waldkarpaten. Bereits bei der Auffahrt boten sich herrliche Blicke auf die lieblichen, dicht bewaldeten Höhen. Höhepunkt ist ein Bergsee, der vor Millionen von Jahren bei einem Erdbeben entstanden war. Der letzte Kilometer dorthin musste zu Fuß zurückgelegt werden, was ich im Sprinttempo erledigte, denn ich hatte an diesem Tag noch viel vor. Scheinbar sind in Kriegszeiten nicht viele Ausländer an diesem Ort, sodass mein Berliner Kennzeichen eine gewisse Aufmerksamkeit erregte. Ich war froh über die vielen Kisten in meinem Skoda, denn dadurch wurde schnell klar, was ich hier machte. Es war schön zu erleben, wie sich an diesem sonnigen Sommersonntag eine gewisse Unbeschwertheit breitmachte. Mitten im Krieg.
Runter auf die andere Seite des Gebirges ging es auf einer fürchterlich durchlöcherten Bergstraße. Die erste von mehreren Zumutungen, für die mein Skoda eindeutig nicht gemacht war, die er aber alle heldenhaft bestand. Die Angst um mein Auto war ein steter Begleiter auf vielen Wegen, denn derartige Probleme konnte ich bei meinem überaus ambitionierten Reiseplan nicht gebrauchen.
Vorhin noch hatte ich mich über die deutlich weniger gewordenen Checkpoints gewundert, doch das sollte sich unten im Tal der Theiß ändern. Der längste Nebenfluss der Donau bildet die Grenze zu Rumänien, welche am ukrainischen Nordufer massiv durch Stacheldraht gesichert war. Ich hatte mich zunächst gefragt, warum zum befreundeten NATO-Partner Rumänien so viele Sicherungen nötig waren, doch dann ging mir ein Licht auf. Das hier war in der Vergangenheit die Hauptfluchtroute ukrainischer Kriegsdienstverweigerer und so erklärte sich, warum ich im Gegensatz zu vielen Autos mit ukrainischem Kennzeichen immer gleich durchgewunken wurde. Die Theiß war hier noch jung, flach und leicht zu durchqueren. Ich wollte eigentlich ein paar Fotos schießen, doch das konnte ich vergessen. Ich wusste noch nicht, dass ich auf der Rückfahrt nach Berlin noch einmal hier vorbeikommen und auf der rumänischen Seite meine vorletzte Nacht verbringen würde.
Die junge Theiß kurz hinter ihrer Quelle in den Waldkarpaten.
Wieder hinauf nach Vorokhta
Die Theiß entspringt in den Karpaten unweit des Kurortes Rakhiv. In dieser Gegend wollte ich mir eigentlich etwas für die Nacht suchen, doch es schien mir etwas zu verschlafen, sodass ich noch ein paar Dutzend Kilometer wieder hinauf ins Gebirge fahren wollte. Eine gute Entscheidung, denn oben wurde es deutlich wuseliger und auch landschaftlich schöner. Rund um die Dörfer Jaremtsche, Bukovel und Vorokhta erstreckt sich das wichtigste Urlaubsgebiet der ukrainischen Karpaten. In Bukovel soll demnächst ein Skigebiet entstehen, was einige der leider viel zu vielen heimlichen Putin-Fans in Deutschland zu Stürmen der Entrüstung trieb. Mir erschließt sich nicht, was man gegen diese private Investition haben kann. Warum sollen Ukrainer nicht Ski laufen dürfen, wenn schon die Familien bzw. die Väter das Land nicht verlassen können, um etwa in die Alpen oder in den Kaukasus zu reisen. Zumal viele Hotels und Tour-Agenturen den Soldaten kostenfreie Angebote unterbreiten, damit sie ein wenig Erholung finden bis sie wieder an die Front müssen, um die Ukraine und ganz Europa vor den russischen Bestien zu schützen.
Hier oben hatte ich die Qual der Wahl. Die erste Ferienanlage war schon voll gebucht und mit Tennisplätzen, Pools, edlen Bungalows etc. vermutlich auch nichts für den kleinen Geldbeutel. Immerhin empfahlen sie mir ein anderes Gasthaus die Straße weiter runter im Ort Vorokhta, konnten aber nicht wirklich verständlich erklären, wie man das findet. Witzigerweise kam ich aus Zufall genau dorthin. Eine süße Anlage, welche sich etwas erhöht neben der Straße fand. Die Wirtin war sehr freundlich und hatte noch ein Zimmer für mich. Ihr Mann war an der Front, durfte aber zumindest dann und wann Urlaub machen. Sie bedankte sich für die viele Hilfe aus Deutschland, fragte aber auch, wieso wir so viele wehrtüchtige junge Männer durchfüttern, die dringend gebraucht würden – eine Meinung, die ich auf der Reise häufig gehört habe und die sich mir erschließt.
Mein Gasthaus in Vorokhta.
Zu Abend essen sollte ich im Stara Vorokhta direkt neben dem Bahnhof und tatsächlich kann man sogar mit der Bahn hierherfahren. Von Rakhiv wieder hoch verlief parallel zur Straße immer der Eisenbahntrakt, was mir das Fotografieren an der jungen Theiß erschwerte, denn derartige Infrastruktur darf keinesfalls abgelichtet werden. Zu groß ist die Angst, dass die Bilder an die Russen geschickt werden, die diese dann für gezielte Anschläge nutzen.
Das Restaurant war im Stile der lokalen Minderheit der Huzulen eingerichtet. Urig, mit hervorragender deftiger lokaler Küche, wobei ich auch hier wieder für etwas Aufsehen sorgte. Beim Rauchen wurde mir erzählt, dass dies vor Pandemie und Krieg womöglich der internationalste Ort des ganzen Landes gewesen war. Mit Gästen aus allen Teilen Europas, doch nunmehr sei ich der erste Ausländer, der hier seit Wochen eingekehrt war. Wieder in der Unterkunft, genoss ich bei einem Glas Wein die herrlichen Blicke über die Karpaten und hielt einen Schwatz mit der Wirtin. Von unten tönten die Klänge einer Huzulen-Hochzeit hinauf mit ihrer traditionellen Musik. Ein fantastischer erster Tag…
An den Fuß der Hoverla
Der Wecker klingelte um sechs Uhr morgens. Erstes Ziel war die Hoverla, der mit knapp 2.100 Metern höchste Berg der Ukraine. Ich wollte nicht zum Gipfel selbst, denn der passte nicht in meinen Zeitplan, aber doch zumindest zum Ausgangspunkt der üblichen Route, dem Zarosljak-Gasthaus. An der hervorragend ausgebauten Landstraße wies ein Schild dorthin. Nicht weit dahinter lag die Rangerstation, wo eine kleine Gebühr entrichtet werden musste. Nun waren es noch zwölf Kilometer. Ich hatte bereits recherchiert, dass diese Strecke schwierig werden würde, und das wurde sie auch.
Der höchste Gipfel der Ukraine.
An der Rangerstation bat mich ein Fotograf aus Luzk darum, ihn ein paar Kilometer mitzunehmen. Er musste meinen Koffer und meine Radtasche auf dem Schoß tragen, denn der Rest des Skoda war bis auf jeden Kubikzentimeter befüllt. Ein netter Kerl in meinem Alter, der hier mit seiner Frau (die kam im nächsten Auto mit) zum Wandern war. Es dauerte eine knappe Stunde zum Gasthaus, welches sich in einem eher sowjetischen Chic präsentierte. Der Holperweg war dicht befahren, denn ein Aufstieg auf die Hoverla gilt nicht erst, aber vor allem seit dem Krieg als patriotische Tat. Die Leute nehmen Nationalflaggen mit, um sie oben auf dem Gipfel aufzupflanzen. Von unten konnte man das aber nicht erkennen, denn die Hänge waren bewaldet und die Witterungsbedingungen nicht sehr gut.
Selbst ohne den Gipfelaufstieg war dies eine herrliche Gegend. Mit wilden Bächen, dichten Wäldern und einer reichen Tierwelt. Der Fotograf versprach mir, Bilder von der Hoverla und einigen anderen schönen Orten in den Karpaten zu schicken. Für mich waren die zwei Stunden hin und rück zum bzw. vom Zarosljak-Gasthaus pures Adrenalin, denn ich machte mir große Sorgen um mein Auto. Andererseits war ich froh, nun genau zu wissen, wie die Zuwegung zu einer der wichtigsten Attraktionen meiner Ukraine-Touren funktioniert. Über den Aufstieg selbst wurde ich am Gasthaus gründlich gebrieft. Nicht sehr schwer und machbar in nur vier bis sechs Stunden hin und rück.
Der Ort Werkhovyna ist das Zentrum des Huzulen-Völkchens in den Karpaten, das Museum zu deren Kultur war aber leider geschlossen. Immerhin konnte ich ein paar schöne Blicke auf den jungen Pruth genießen, den zweitlängsten Donau-Nebenfluss, der in der Folge die Grenze zwischen Rumänien und Moldau bildet und bei Giurgiulesti in die Donau mündet. Es faszinierte mich, wie viele große Flüsse des östlichen Mitteleuropas in diesem vergleichsweisen kleinen Raum entspringen. Dnister, Theiß, Pruth, Westlicher und auch der Südliche Bug.
Huzulen-Museum in Werkhovyna.
Noch ein paar Tipps zum Schluss
Korczowa/Krakowiec ist der wichtigste Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine, denn er liegt an der Autobahn von Krakau nach Lemberg. Er ist allerdings entsprechend frequentiert, sodass sich womöglich ein kleiner Umweg über Hrebenne/Rawa Ruska lohnt, wo im Regelfall deutlich weniger los ist.
Für die Einreise in die Ukraine mit dem eigenen Auto benötigt man außer dem Reisepass die internationale Versicherungskarte, den Fahrzeug- und natürlich den Führerschein, wobei der deutsche reicht. Das war es dann aber auch. Ein Visum, beglaubigte Übersetzungen etc. sind nicht vonnöten.
Jeweils hinter der Grenze kann man direkt an der Tankstelle ukrainische SIM-Karten erwerben. Die kosten nicht viel und funktionieren gut. Zudem wird man in diesem Fall automatisch per SMS über Luftangriffe informiert.
In Lemberg hat sich trotz des Krieges wieder etwas Normalität eingestellt, russische Raketen und Drohnen verirren sich nur selten dorthin. Das Risiko ist also überschaubar, weshalb einer Reise in die alte Perle Galizien m.E. auch in diesen Zeiten nur wenig entgegensteht.
In den Karpaten hat sich nach dem ersten Schock kurz nach Kriegsbeginn wieder eine auskömmliche touristische Infrastruktur entwickelt.



















